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Donnerstag, 9. September 2010

Gen-Reis allerorten!



12. September 2006: Kommentar zu europaweiten Gen-Reis-Funden


Nachdem Greenpeace am 11. September 2006 bekannt gegeben hatte, Gen-Reis bei US-Reis von Aldi Nord gefunden zu haben, meldete die Europäische Kommission am Abend ihre Ergebnisse: 20 Prozent der Reis-Proben sind gentechnisch verunreinigt!

Bei Untersuchungen der Industrie von US-Langkornreis enthielten 33 von 162 genommenen Proben illegalen Gen-Reis. Es handelt sich um den so genannten LLRice 601 der Bayer AG. Auch Analysen der niederländischen Behörden von Importreis aus den USA ergaben gentechnische Verunreinigungen. Dazu sagt Ulrike Brendel, Gentechnik-Expertin bei Greenpeace:

„Es handelt sich hier nicht um ein einzelnes Feuer, sondern um einen Flächenbrand. Rund 20 Prozent der von der Industrie beprobten Produkte sind mit illegalem Gen-Reis belastet. Der Lebensmittelhandel muss sofort reagieren und US-Langkornreis sowie alle Produkte, die diesen Reis enthalten, aus den Supermarktregalen räumen. Verbraucher müssen sich darauf verlassen können, dass die für den Verzehr verbotene Ware nicht in ihrem Einkaufswagen landet. Der Verursacher des Schadens ist die Bayer AG, sie muss daher für alle entstehenden Kosten aufkommen. In den USA haben Reis-Farmer den Pharma- und Chemieriesen bereits auf Schadensersatz verklagt.

Die Gentechnik-Industrie hat einen dicken Skandal am Hals. Der Schaden für das Image ist immens. Es wird wieder einmal deutlich, dass die Hersteller von genmanipulierten Pflanzen deren Ausbreitung nicht verhindern können, vielleicht auch nicht verhindern wollen. Wer so verantwortungslos mit Gen-Saaten umgeht, muss gebremst werden. Bayer darf daher für einen weiteren Gen-Reis, den LL 62, keine Zulassung für den menschlichen Verzehr in der EU erhalten.

Das Signal an die Politik ist klar: Sollen Verbraucher auch weiterhin die Wahl haben, sich für Essen ohne Gen-Pflanzen zu entscheiden, dürfen genmanipulierte Pflanzen nicht angebaut werden. Alles andere ist Augenwischerei.“


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