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Donnerstag, 9. September 2010

Gen-Reis allerorten!



31. Oktober 2006: Bayer sperrt Website des Greenpeace-EinkaufsNetzes


"Kann Bayer den Server blockieren?", fragt ein Marktaktivist von Greenpeace. Bayer kann. Der Agrar-Konzern ließ am Abend des 30. Oktober ohne rechtliche Handhabe die Internetseite des Greenpeace-EinkaufsNetzes sperren. Der Grund: Hunderte Marktaktivisten hatten tagsüber Protestmails über www.einkaufsnetz.org verschickt und den Konzern aufgefordert, aus dem Geschäft mit Gen-Reis auszusteigen.

Wer nach 18.00 Uhr aktiv werden wollte, bekam nur die Meldung "Server nicht gefunden". Bayer hatte dem Betreiber des EinkaufsNetz-Webservers vorgeworfen, Spam-Mails zu verschicken und ihn so unter Druck gesetzt, dass der mittelständische Betrieb die Seite abschaltete. Eine Ungeheuerlichkeit: "Wo würden wir hinkommen, wenn große Konzerne per Zuruf das World Wide Web zensieren und kontrollieren könnten", so Greenpeace-Sprecherin Ulrike Brendel.

Doch dem Agrar-Riesen scheint jedes Mittel recht, um freie Meinungsäußerungen zu verhindern. Statt dem Wunsch der Verbraucher nach sicheren Lebensmitteln zu folgen, werden Proteste als Spam bezeichnet. Bayer hatte zuvor bereits die Agentur, die die Website technisch betreut, aufgefordert, die Seite zu sperren. Ohne Erfolg. Die Agentur machte deutlich, dass es sich um einfache Protestmails handeln würde und weigerte sich, etwas zu unternehmen.

Am nächsten Morgen lief die Seite wieder, nachdem sich sowohl Greenpeace als auch die Agentur beim Server-Betreiber beschwert hatten. Verbraucher können somit bei Bayer nicht nur gegen deren Demokratieverständnis protestieren, sondern auch deutlich machen, dass Gen-Reis nichts in der Nahrungskette zu suchen hat.


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