In seinem Jahresbericht 2006 kommt nun der Landesverband des Früchte-Import und -Großhandel Baden-Württemberg zu einem verblüffenden Ergebnis: Sogar neun Prozent der Frischware aus konventionellem Anbau habe die gesetzlichen Pestizidhöchstmengen überschritten. Laut Lebensmittelgesetz ist es illegal, solche Ware noch zu verkaufen.
"Jetzt kann die Branche die Pestizidbelastung nicht mehr runterspielen. Ihre eigenen Zahlen belegen, dass sie in großem Umfang schlechte Ware verkauft und laufend gegen das Lebensmittelgesetz verstößt", sagt Manfred Krautter, Chemieexperte von Greenpeace. "Die Anwendung von Pestiziden schadet nicht nur der Umwelt. Die Giftstoffe gefährden vor allem den Verbraucher, dem dafür auch noch Geld aus der Tasche gezogen wird."
Damit sich das in Zukunft ändert, plant Greenpeace die betroffenen Handelsunternehmen wegen vorsätzlichen Betrugs anzuzeigen.
Die Untersuchungsergebnisse der baden-württembergischen Landesverbandes sind ernüchternd: Im Jahr 2006 untersuchte der Verband 3.856 Mal konventionell angebaute Ware. Die gesetzlichen Pestizidgrenzwerte wurden überschritten bei Tafeltrauben, Birnen, Pfirsiche und Kopfsalate (bis zu 14 Prozent der Proben), in bis zu 24 Prozent der Papaya, Zucchini, Endivien- und Lollosalate und besonders bei Romana Salat, Dill oder Suppengemüse mit bis zu 38 Prozent.
Die beste Wahl sind Bio-Lebensmittel
Der Großhandel hat auch Bio-Obst und -Gemüse getestet. In den 958 geprüften Proben aus Bio-Anbau wurden nur 0,7 Prozent Überschreitungen festgestellt. Verbraucher sollten unbedingt auf rückstandsarme Ware achten. Die beste Wahl sind Bio-Lebensmittel, die in der Regel nicht belastet sind, erklärt Krautter.
Wichtige Einkaufstipps gibt der neue kostenlose Ratgeber "Essen ohne Pestizide" von Greenpeace:
Sie können den Ratgeber per E-Mail bestellen oder als PDF (662 kb) herunterladen. Er vergleicht nicht nur Supermärkte, sondern informiert auch darüber, welche Obst- und Gemüsesorten kaum belastet sind und welche Herkunftsländer empfehlenswert sind.
Eine kurze Übersicht ermöglichen die Check-Karten für Ihr Portemonnaie (PDF, 164 kb).
Den im Ratgeber erwähnten Siegel-Spiegel finden Sie hier.
Schicken Sie den Pestizid-Schlusslichtern Edeka, Kaiser's/Tengelmann und Rewe eine Protestmail und fordern Sie giftfreies Essen.
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