Tauziehen um Gen-Pflanzen
Greenpeace protestiert im November 2007 vor der EU-Kommission gegen die Zulassung von zwei neuen Gen-Pflanzen.
Mit schwarzen Anzügen, Schlips und Kragen ausgestattet sind am Mittwoch, den 28. November, Greenpeace-Aktivisten in die Rolle von Gentechnik-Lobbyisten geschlüpft. "Danke für's Ignorieren der Wissenschaft", steht auf einem Schild vor der Europäischen Kommission in Brüssel. Die Parodie verdeutlicht den Konflikt innerhalb der Kommission um die Zulassung von zwei neuen Gen-Pflanzen: Die Gentechnikindustrie will mit aller Macht ihre Gen-Saat auf den Markt bringen und neue wissenschaftliche Erkenntnisse bezweifeln die Sicherheit dieser Pflanzen.
Die Kommission wird voraussichtlich noch in diesem Jahr über die Gen-Pflanzen BT11 sowie 1507 abstimmen. Beide sind mit dem Gift des Bacillus thuringiensis (Bt) ausgestattet und sollen den Maiszünsler abtöten. Umweltkommissar Dimas hat überraschend Ende Oktober gefordert, den Antrag zurückzuweisen. In der Tat mehren sich wissenschaftliche Hinweise, dass insektengiftige Gen-Pflanzen auch Schmetterlinge und Bienen schädigen. Es ist ein Tauziehen um die Zukunft der Landwirtschaft und Ernährung.
Greenpeace bezieht sich auch auf das EU-Recht, das das Vorsorgeprinzip zum Schutz der Umwelt und Menschen vorsieht. Und auch die Menschen in Europa lehnen mehrheitlich Gentechnik im Essen und auf dem Acker ab. Länder wie Frankreich haben den Anbau von Gen-Mais ausgesetzt.
Wie groß das Engagement der Menschen in Europa ist, zeigt auch unsere aktuelle Mitmachaktion. 75.000 Verbraucher haben sich bislang europaweit beteiligt. Mehr über die Möglichkeit mitzumachen, erfahren Sie hier.

