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Samstag, 22. November 2008

Verbraucher haben mit dem Label "Ohne Gentechnik" die Wahl



Schon bald könnten sich Verbraucher auch bei tierischen Lebensmitteln bewusst gegen den Einsatz von Gen-Pflanzen entscheiden. Das Etikett "Ohne Gentechnik" auf Verpackungen von Milch, Eiern oder Fleisch soll künftig garantieren, dass bei deren Herstellung keine gentechnisch veränderten Pflanzen an Tiere verfüttert wurden. So sieht es der am Wochenende bekannt gewordene Vorschlag des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMEVL) vor. Greenpeace sowie ein breites Bündnis von Verbraucher- und Umweltverbänden begrüßen die Kennzeichnung.


Lebensmittel, die direkt Gen-Pflanzen enthalten, wie zum Beispiel eine Dose Mais, müssen schon seit Jahren mit dem Hinweis "gentechnisch verändert" gekennzeichnet werden. Grundlage ist die EU-Kennzeichnungsrichtlinie, die für tierische Produkte aber keine Kennzeichnungspflicht vorsieht. Die Auslobung "Ohne Gentechnik" könnte diese Kennzeichnungslücke schließen.

"Dreiviertel der Verbraucher lehnen Gentechnik im Essen sowie im Tierfutter ab - und das ist seit 10 Jahren konstant so", sagt Alexander Hissting, Gentechnikexperte von Greenpeace. "Endlich haben Verbraucher die Wahl, können mit ihrem Einkaufskorb Politik machen und Gen-Pflanzen im Essen und auf dem Acker eine Absage erteilen. Immerhin wird die große Mehrheit der weltweit angebauten Gen-Pflanzen zu Tierfutter verarbeitet."

"Ohne Gentechnik" - ein Label mit Gegnern

Nicht alle wären von der Einführung des Labels "Ohne Gentechnik" in der geplanten Form begeistert. So haben der Deutsche Raiffeisenverband und der BLL (Dachverband der Lebensmittelhersteller) immer für überzogen strenge Kriterien gekämpft. Hissting erklärt warum: "Die Strategie des BLL und des Raiffeisenverbands ist, dass möglichst wenig Lebensmittel diesen Aufdruck tragen. So soll der Eindruck entstehen, dass die Gentechnik eh schon in allen Lebensmitteln ist und der Siegeszug von Gen-Pflanzen sich nicht mehr aufhalten lässt."

In der Tat dürften bei der Herstellung von Tierfutter Zusatzstoffe, Aromen und Vitamine eingesetzt werden, wenn diese in geschlossenen Anlagen mit gentechnisch veränderten Mikroorganismen hergestellt wurden. Voraussetzung ist, dass die eingesetzten Mikroorganismen vollständig entfernt und in den jeweiligen Zusatzstoffen oder Aromen des Futtermittels nicht mehr enthalten sind. In Lebensmitteln bleibt die Beimengung von gentechnisch erzeugten Zusatzsstoffen, Aromen und Vitaminen grundsätzlich verboten, wenn das Kennzeichen "Ohne Gentechnik" genutzt wird.

Unterstützung findet das Label in der Biobranche: "Lebensmittel aus ökologischem Landbau werden definitionsgemäß ohne Gentechnik erzeugt", sagt Dr. Felix Prinz zu Löwenstein vom Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft. Biobauern würden geschützt, "wenn ihre konventionellen Nachbarn motiviert werden, ebenfalls ohne Gentechnik zu arbeiten."

Wer jetzt schon wissen möchte, welche tierischen Produkte ohne Gen-Pflanzen produziert werden, kann sich im Einkaufsratgeber "Essen ohne Gentechnik" von Greenpeace erkundigen.


 




Keine "Klimaunterschrift" für Vattenfall

Perfider geht es kaum. Mit einer neuen Internetseite ruft Vattenfall umweltbesorgte Verbraucher auf, für den Klimaschutz zu unterschreiben. In Animationen retten diese Unterschriften Gletscher in den Alpen oder auch einen Eisbären vor dem Ertrinken. Deutschlands
klimaschädlichster Stromanbieter zeigt sich tief besorgt um das Klima - und schlägt mit seiner Internetkampagne gleich zwei Fliegen auf einmal: Schön die Verantwortung auf den Verbraucher abschieben, und sich dabei auch noch grünwaschen!
Diesem Komödienstück antwortet Greenpeace jetzt auf http://www.klimaunterschrift-vattenfall.de mit einer Persiflage.

Hej, Stromanbieter wechseln!

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