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Donnerstag, 9. September 2010

Goldene Kettensäge für die G8-Staaten



Greenpeace-Kampaigner Christoph Thies überreicht der japanischen Delegation auf der UN-Konferenz zur Biologischen Vielfalt (CBD) stellvertretend für alle G8-Staaten die Negativ-Auszeichung Goldene Kettensäge.

Am Freitag endete die UN-Konferenz zu Biodiversität (CBD) in Bonn. Bis zum Abschluss der Konferenz konnten sich die teilnehmenden Staaten nicht über einen Finanzierungsplan für den Urwaldschutz einigen.
So richtig begeistert sind die Japner nicht über die Goldene Kettensäge.


Außer Deutschland setzte sich keiner der acht großen Industriestaaten für die Finanzierung ein. Greenpeace überreichte Japan, stellvertretend für alle G8-Staaten, die Negativ-Auszeichung Goldene Kettensäge.

"Deutschland hat mit seiner Milliardeninitiative zum Urwaldschutz ein wichtiges Signal an die Staatengemeinschaft gebeben. Jetzt muss die Bundeskanzlerin auf dem G8-Gipfel im Juli andere Staaten dabei mitnehmen. Mit Ende der CBD-Konferenz darf für Angela Merkel und Bundesumweltminister Sigmar Gabriel nicht auch ihr Engagement enden", fordert Martin Kaiser, Leiter der Greenpeace-Delegation.

Wie in Sachen Urwaldschutz kam es auch bei den Themen Agrotreibstoff und illegaler Urwaldabholzung zu keinem positiven Abschluss. Besonders Brasilien stellte sich gegen verbindliche Regeln zur nachhaltigen Produktion von Agrotreibstoffen. Zukünftig wird es in diesem Bereich wenigstens weitere Verhandlungen über die Entwicklung von Standards geben.

Über das weitere Vorgehen im Bereich illegaler Urwaldabholzung konnten sich die Staaten jedoch leider nicht einigen. Ein Verbot des Handels mit illegalem Urwaldholz wurde nicht durchgesetzt. Gegen eine stärkere Verschränkung von Urwald- und Klimaschutz stellten sich vor allem Brasilien, Kanada und China.

Positive Ergebnisse gibt es dagegen aus den Verhandlungen um Biopiraterie und Meeresschutz zu berichten. Die Staatengemeinschaft einigte sich auf ein Verhandlungsmandat gegen Biopiraterie bis 2010. Ob Kanada und Japan dann einem rechtlich verbindlichen Abkommen zustimmen blieb jedoch offen.

Bisher stehen nur 0,7 Prozent der Meer unter Schutz. Das wird sich möglicherweise bald ändern. Die Hoffnung besteht, dass endlich Kriterien zur Einrichtung von Schutzgebieten auf hoher See beschlossen wurden.

"Der UN-Biodiversitätsgipfel kriecht wie eine Schnecke, während der Verlust an Arten und Lebensräumen rasend schnell voranschreitet", sagt Kaiser. "Wenn dies so weiter geht, kann das UN-Ziel, bis 2010 eine Trendwende zu schaffen, nie und nimmer erreicht werden. Zu groß seien die knallharten wirtschaftlichen Interessen von Ländern wie Brasilien, Kanada, Japan und China."


 




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