Pestizide im Essen - gefährlich und illegal
Jedes zehnte in heimischem Obst, Gemüse und Getreide nachgewiesene Pestizid ist in Deutschland verboten. Das zeigt eine von Greenpeace vorgenommene Auswertung der staatlichen Lebensmitteluntersuchungen. Und der Verbraucher weiß von nichts, denn das zuständige Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hält die Daten geheim.
"In Deutschland verspritzen Landwirte in einem unglaublichen Ausmaß illegale und hochgefährliche Pestizide. Viele unserer Bauern betreiben ein dreckiges Geschäft, weil sie mit den illegalen Agrargiften Geld sparen wollen", erklärt Manfred Krautter, Chemieexperte von Greenpeace.
"Diese Gifte finden sich im Essen der Verbraucher wieder. Es ist ein Skandal, dass die oberste deutsche Verbraucherschutzbehörde ihre eigenen Labordaten nicht einmal auf illegale Pestizide hin auswertet - geschweige denn sie veröffentlicht. Damit verdunkelt sie diese schweren Rechtsbrüche, statt gegen sie vorzugehen."
Auch auf Nachfrage von Greenpeace war das BVL nicht bereit, alle Testdaten herauszugeben. Über Umwege - das BVL muss die Ergebnisse der EU-Kommission zur Verfügung stellen - konnten wir einen Großteil der Tests auswerten und in dem Bericht "Illegale Pestizide in Obst und Gemüse aus Deutschland" veröffentlichen.
Immer wieder hat Greenpeace in der Vergangenheit auf mit illegalen Pestiziden belastete Lebensmittel hingewiesen und schon 15 Händler dieser verbotenen Stoffe aufgedeckt. "Doch was machen die Agrarminister und ihre Behörden? Statt endlich gegen kriminelle Bauern und Händler vorzugehen, verdunkeln sie noch die Missstände", kritisiert Krautter.
Zum Weiterlesen:
- Report "Illegale Pestizide in Obst und Gemüse aus Deutschland" (PDF, Dateigröße 342 KB)
- Greenpeace deckt Handel mit illegalen Pestiziden auf


