Treibnetze bestehen aus feinen, durchsichtigen und sehr reißfesten Kunststofffasern. Sie sind an der Wasseroberfläche an Bojen befestigt und an der Unterkante mit Gewichten versehen. Treibnetze sind preiswert und können von relativ kleinen Schiffen ausgesetzt werden. Oft werden sie erst nach mehreren Tagen wieder eingeholt. In der Zwischenzeit treiben sie mit den Meeresströmungen umher. Auch Haie, Schildkröten und Meeressäugetiere verfangen sich in den Treibnetzen. Unzählige verloren gegangene Netze schwimmen als Todesfallen im Meer herum.
Treibnetze sind verboten - nur nicht in der Ostsee
Treibnetze wurden durch eine Resolution der Vereinten Nationen (UN) im Jahre 1992 für die Hochseefischerei verboten. Erst 2002 setzte die Europäische Union (EU) diese Maßnahme in ihren Gewässern durch. Eine Ausnahme ist jedoch die Ostsee – dort gilt die Konvention immer noch nicht. Der EU-Ministerrat hat im März 2004 die Entscheidung getroffen, die Treibnetzfischerei erst ab 2008 zu verbieten. Dies könnte für die Population von Schweinswalen in der Ostsee, von denen es nur noch ca. 600 Tiere gibt, zu spät sein. Beobachter auf Fischereischiffen werden nur für einen kleinen Teil der Fangflotte vorgeschrieben.


