Die nachträgliche Zualssung des bis dahin auch in den USA illegalen Gen-Reis LL601 der Bayer AG ist dabei kein Einzelfall. Vergangenes Jahr wurde Mais aus den USA mit dem illegalen Gen-Mais Bt10 verunreinigt. Auch in diesem Fall erteilten die US-amerikanischen Behörden der Gen-Pflanze im Handumdrehen eine nachträgliche Genehmigung. Das dabei die Interessen der Gentechnik-Konzerne im Vordergrund stehen und nicht die der Verbraucher ist offensichtlich.
Noch im September 2006 hatte sich das Bundesverbraucherministerium sowie die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA bei Bayer über Defizite bei der Zusammenarbeit beklagt: Die von Bayer vorgelegten Daten reichten nicht aus, um eine umfassende Bewertung des Gen-Reis vorzunehmen.
Wie sich Zahlen deuten lassen
Trotzdem wiegelt das BMELV jetzt ab: In 90 Prozent der Reisproben sei überhaupt kein Gen-Reis gefunden worden. Doch das Ministerium verrät nicht, welche Reissorten überhaupt getestet worden sind. Fest steht: Von der Verunreinigung mit dem illegalem Gen-Reis ist offensichtlich nur US-Langkornreis betroffen. Deshalb ist natürlich von Interesse, wie viele Proben von Reis aus den USA genommen wurden und wie viele davon positiv waren.
Diese Aufschlüsselung erfolgte nur in Ausnahmefällen. Und dann sprechen die Zahlen für sich. So testete beispielsweise Baden-Württemberg 147 Reisproben, 44 stammten aus den USA. Von diesen wiederum waren 26 Proben mit illegalem Gen-Reis verunreinigt. Das sind 59 Prozent aller getesteten US-Langkornreis-Proben. Diese aussagekräftigen Zahlen lassen nur einen Schluss zu: Reis aus den USA ist großflächig verunreinigt und sollte daher nicht mehr in den Supermärkten verkauft werden dürfen!
Zum Weiterlesen:
| Kommentare | Einfügen |


