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benennt die Risiken von Gen-Pflanzen. Und lehnt entschieden den Anbau und die Verarbeitung zu Lebensmitteln und Tierfutter ab.

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benennt die Risiken von Gen-Pflanzen. Und lehnt entschieden den Anbau und die Verarbeitung zu Lebensmitteln und Tierfutter ab.



Samstag, 22. November 2008

Falsche Versprechen, wahre Lügen



Landwirte in Bolivien, die am internationalen Projekt für nachhaltige Landwirtschaft ohne Gentechnik teilnehmen.

Seit die Wissenschaftler Francis Crick und James Watson Mitte des vergangenen Jahrhunderts die Struktur der Erbsubstanz entschlüsselt haben, hat sich in der Forschung vieles verändert. Eifrig werden seitdem Pflanzen „verbessert“. Euphorische Forscher träumen von genmanipulierten Wundertieren, wie der sprichwörtlichen „eierlegenden Wollmilchsau“.


Grundlagenforschung wie sie von Crick und Watson gemacht wurde, gibt es zwar immer noch. Im Vordergrund stehen heute jedoch die Absichten der Industrie, neue wissenschaftliche Erkenntnisse für ihre Interessen zu nutzen. Auf der Suche nach neuen Märkten werden immer wieder „Wunderpflanzen“ angekündigt. Diese erfüllen zumeist nicht die in sie gesetzten Erwartungen. Eine Reihe von Beispielen:

1. Süßkartoffeln in Afrika
Im Jahr 2001 startete in Kenia ein Gen-Projekt für Süßkartoffeln. Vom US-Sondergesandten Andrew Joung, der extra zu diesem Zweck angereist war, wurde das Projekt vollmundig mit den Worten: „Mit der Gentechnik werden wir in Afrika eine grüne Revolution machen“ angekündigt. Monsantos Vorzeigeprojekt in Afrika wurde zu Beginn durch die Mitarbeit der kenianischen Biotechnologin Florence Wambugu unterstützt. Ihr kam vor allem die Aufgabe zu, das Projekt überall in der Welt zu propagieren. Schnell wurde durch die Medien der Eindruck vermittelt, die Gen-Süßkartoffel würde bereits kommerziell verwendet.

In einem typischen Bericht hieß es: „Während der Westen über die Ethik genetisch veränderter Nahrung debattiert, nutzt Florence Wambugu sie zur Ernährung für ihr Land“.
In einem 2004 erschienen Bericht des Nullfield Council on Bioethics, wurde das Projekt als Beweis für den potentiellen Nutzen von Gen-Nahrungspflanzen für Entwicklungsländer angeführt. „Man erwartet, dass die Erträge um etwa 18-25% anwachsen werden“ und dass durch ihren Verkauf „das Einkommen zwischen 28 und 39% steigen wird“. Durch „die Verwendung virusresistenter Gen-Süßkartoffeln könnten dramatische und häufige Ertragsrückgänge einer der Hauptnahrungsmittelpflanzen vieler armer Menschen in Afrika verhindert werden“.

Soweit die Behauptungen der Befürworter. Die Realität allerdings sieht anders aus.
Das Kenianische Agrarforschungsinstitut (KA-RI) stellte fest, dass die Gen-Süßkartoffel genauso anfällig gegen den Virus (feathery mottle virus) ist wie die gewöhnlichen Sorten.
Auch die angepriesenen Ertragssteigerungen von bis zu 25% sind wohl eher Wunschträume als Realität. Nach Angaben der FAO und anderen offiziellen Statistiken liegen die Erträge konventioneller Sorten zwischen 9,7 und 10,4 Tonnen pro Hektar. Neue Berichte über Freilandversuche belegen, dass die Gen-Süßkartoffel mit einem Ertrag von 10 Tonnen pro Hektar keinerlei Verbesserung bringt.

Neben den falschen Versprechungen wurden weitere gravierende Fehler gemacht. So konzentrierten sich die Forscher bei ihrer Arbeit auf eine amerikanische Art des Kartoffel-Virus. Auch wurde nicht erkannt, dass das Hauptproblem für den Anbau von Süßkartoffeln in Kenia von Rüsselkäfern und nicht von einem Virus ausgeht. Den Bauern wurden zu diesem Zeitpunkt bereits virusresistente Sorten verkauft.

Das Projekt der Gen-Süßkartoffel hat in den vergangenen zehn Jahren schätzungsweise sechs Millionen US$ verschlungen. In deutlich kürzerer Zeit wurde in Uganda auf dem Weg der konventionellen Züchtung eine virusresistente Süßkartoffel mit Ertragssteigerungen von bis zu 100% entwickelt.


 
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