Falsche Versprechen, wahre Lügen
Gen-Baumwolle in Indonesien
Schon im ersten Anbaujahr stellte sich jedoch heraus, dass diese Verheißungen nicht der Realität entsprachen. Die Gen-Baumwolle reagierte besonders empfindlich auf Dürre und wurde stark von Schädlingen befallen. Die Dürre führte zu einer massiven Schädlingsvermehrung bei der Gen-Baumwolle, ganz anders als bei konventionellen Sorten. Hinzu kam, dass die Gen-Baumwolle zwar gegen einen Schädling resistent war, dafür aber gegenüber anderen deutlich anfälliger. Um nicht ihre gesamte Ernte zu verlieren, mussten die Bauern große Mengen besonders aggressiver Schädlingsbekämpfungsmittel einsetzen.
Auch die Erträge lagen deutlich unter der von Monsanto versprochenen Mengen. Gegenüber den angekündigten 3-4 Tonnen pro Hektar wurden im Durchschnitt nur 1,1 Tonnen pro Hektar geerntet. Durch die kümmerlichen Erträge gerieten viele Kleinbauern in einen Schuldenkreislauf. Ein Großteil der Bauern verschuldete sich durch den Anbau der Gen-Baumwolle.
Eine Tochtergesellschaft von Monsanto-Indonesien hatte Gen-Saatgut und Dünger auf Kredit geliefert. Die Bezahlung sollte durch die Ernte abgedeckt werden. Im Folgejahr verdoppelte die Gesellschaft den Saatgutpreis. Vielen Bauern blieb aufgrund ihrer Verschuldung keine andere Wahl, als die höheren Saatgutpreise zu akzeptieren. Untersuchungen verschiedener indonesischer Institutionen ergaben, dass die Einkommen der Bauern, die 2002 Gen-Baumwolle anpflanzten, deutlich unter denen der Bauern lagen, die gentechnikfreie Sorten nutzten.
Die Liste der Misserfolge mit gentechnisch veränderter Baumwolle ist lang und nicht auf einzelne Regionen beschränkt. Sie reicht von Schäden bei Dürrebedingungen in Madhya-Pradesh über eine Anfälligkeit für Wurzelfäule und Kräuselkrankheit in Maharashtra, bis zu einer massiven Zunahme von nicht zu bekämpfenden Schädlingen.


