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Sonntag, 7. September 2008

Alles sicher oder was?



Gen-Mais als Rattengift


In einem Artikel der französischen Zeitschrift Le Monde vom 23. April 2004 wurde über Versuche mit Gen-Mais an Ratten berichtet: Der Mais der Firma Monsanto, der mit dem Kürzel MON 863 abgekürzt wird, löste bei Ratten in der Phase des Wachstums deutliche gesundheitliche Schäden aus. Der Mais enthält ein Gift, das ihn gegen bestimmte Fraßschädlinge (Wurzelbohrer) unempfindlich machen soll.

Bei den Ratten zeigten sich im 90-Tage-Versuch unter anderem deutliche Veränderungen im Blutbild, eine Zunahme der weißen Blutkörperchen und eine Reduzierung bestimmter Formen der roten Blutzellen. Keine zufälligen Abweichungen, meinten Wissenschaftler. Und so ist es nicht verwunderlich, dass Monsanto diesen Bericht verheimlichte. Doch im Juni 2005 erstritt Greenpeace vor Gericht, dass die Ergebnisse öffentlich gemacht werden mussten.

Neben Hinweisen auf einen gestörten Stoffwechsel enthält der Mais ein Gen für eine Antibiotika-Resistenz. Diese soll laut EU-Richtlinien grundsätzlich vermieden werden, da nicht auszuschließen ist, dass die Gene auf Krankheitserreger übertragen werden und so neue resistente Keime entstehen. Die EFSA sprach sich trotz aller Mängel und am 19. April 2005 für die Marktzulassung aus. Im Januar 2006 wurde Mon 863 trotz fehlender Mehrheit im EU-Ministerrat von der EU-Kommission zur Verwendung in Lebensmitteln zugelassen.

Dieser Fall ist nur ein Beispiel dafür, dass die EFSA bisher bei der Prüfung der Gen-Pflanzen viel zu oberflächlich vorgeht. Auch in anderen Fällen ging die Behörde Hinweisen auf mögliche Gefährdungen durch Gen-Pflanzen nicht nach.


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