"Schockierend" ist nach Ansicht der beteiligten Forscher eine Studie aus den USA: Sonnenblumen, die durch Genmanipulation ein Insektengift produzieren, lösen bei der Auskreuzung auf verwandte Wildformen überraschende Zusatzeffekte aus: Die Pflanzen mit der neuen Erbinformation produzierten nicht nur das Gift, sondern auch 50% mehr Samen. Die Forscher befürchten, dass so Unkräuter entstehen können, die sich wesentlich rascher ausbreiten und auch noch zusätzliche Überlebensvorteile haben, nämlich Gift gegen schädliche Insekten.
Dass unbeabsichtigte Effekte bei Gen-Pflanzen die Regel sind, zeigen auch aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen an Bt-Maispflanzen: Die gentechnische Manipulation führt nicht nur dazu, dass die Pflanzen ein Insektengift bilden, sondern bewirkt zudem einen wesentlich höheren Holzanteil (Lignin) in den Pflanzen. Auch bei Roundup-Ready-Soja, eine genmanipulierte Sojapflanze, die dem Pflanzenvernichtungsmittel Roundup widersteht, wurden Veränderungen des Ligningehaltes beobachtet. Dies gilt als Ursache dafür, dass bei größerer Hitze die Stängel der Roundup-Ready-Soja aufplatzten und zu Ernteverlusten führten.
Warum das so ist und wie der Stoffwechsel hier ungewollt beeinflusst wird, entzieht sich dem Wissen der Gen-Forscher. Denn sie wissen nicht, was sie tun.


