Nach der Kennzeichnungsverordnung vom April 2004 haben nicht nur Lebensmittelhersteller auf der Verpackung über genmanipulierte Zutaten zu informieren, auch Restaurants müssen ihre Gäste darauf hinweisen. Fehlt der Hinweis, machen sich Wirte sogar strafbar und riskieren Bußgelder bis zu 50.000 Euro.
Doch die Wirte wissen in der Regel gar nicht, dass sie genmanipulierte Öle verwenden. Es wird ihnen im Fall "Sedina" auch nicht einfach gemacht, den brisanten Inhalt zu erkennen: Die Ölmühle Hamburg, einer der größten Soja-Importeure Deutschlands, druckt zwar den Hinweis "hergestellt aus gentechnisch veränderten Sojabohnen" auf die Ölfässer und erfüllt somit formal die Kennzeichnungsauflagen. Ansonsten sieht das grüne Fass des günstigen und in der Gastronomie weit verbreiteten Speiseöls aus wie seit Jahren. Die seit April erhältliche gentechnikfreie Variante bietet die Ölmühle dagegen in einem blauen Fass an.
Das Kalkül der Ölmühle ist klar, sie spekuliert auf den Griff der Gewerbekunden nach der gewohnten Verpackung, um so ihr Gentechnik-Öl loszuwerden. Die meisten von uns befragten Köche lehnen jedoch genmanipulierte Produkte ab.
Das können Sie tun:
- Fragen Sie im Restaurant nach, ob gekennzeichnetes Soja-Öl genutzt wird.
- Wenn ja, informieren Sie den Kellner, dass es gentechnikfreie Alternativen gibt. Im Fall von Sedina das blaue Fass.
- Erklären Sie dem Personal, dass der Einsatz von gentechnisch verändertem Soja-Öl auf der Speisekarte gekennzeichnet werden muss.
- Falls die Restaurantführung mehr zum Thema Gentechnik wissen möchte, können Sie gern auf das Greenpeace-EinkaufsNetz verweisen. Wir beraten Gastronomen, worauf zu achten ist und wie man Gentechnik ganz einfach vermeiden kann.


