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Dienstag, 6. Januar 2009

Gene in der Milch?



Eiertanz der Wissenschaft


Bisher wurde weder die genaue Methodik der Untersuchungen, noch die Ergebnisse veröffentlicht. Auf Rückfrage bestätigte die Technische Universität Weihenstephan zunächst, dass in diesem Fall auch keine weiteren Untersuchungen durchgeführt wurden.

Nach Veröffentlichung der Unterlagen durch Greenpeace behauptete die Universität jedoch, dass bereits Nachuntersuchungen statt gefunden hätten. Doch in ihrer Darstellung unterlief der Universität Weihenstephan ein schwerer Fehler. In einer "Stellungnahme zur Greenpeace Presseerklärung" wird behauptet, dass nach den Befunden in Hessen neue Untersuchungen angestoßen worden wären. Verwiesen wird dabei auf eine Publikation der Universität von Professor Dr. Ralf Einspanier aus dem Jahre 2001 . Doch eine genauere Prüfung der Publikation ergibt, dass diese Arbeit bereits im Februar /März 2000 bei der wissenschaftlichen Zeitschrift eingereicht wurde. Sie kann also unmöglich als eine Reaktion auf die Untersuchungsergebnisse aus Dezember 2000 angesehen werden.

Fakt ist: Man hätte im Dezember 2000 unbedingt auf dem Hof des Landwirtes nachuntersuchen müssen. Dort wurden seit Jahren Gen-Pflanzen ganz massiv verfüttert. Es ist durchaus möglich, dass bei derartig langen Zeiträumen unter Praxisbedingungen tatsächlich Gen-Rückstände gefunden werden können, auch wenn dies in den üblichen Untersuchungen, die nur über ein bis zwei Monate laufen, nicht der Fall ist. Tatsächlich wurden laut der Arbeit von Einspanier die Kühe, bei denen keine spezifischen Gen-Abschnitte in der Milch gefunden wurden, nur über vier Wochen mit Gen-Pflanzen gefüttert.

Bei einer anderen Publikation, die ebenfalls angeführt wird, um die von Greenpeace veröffentlichten Daten zu widerlegen, und die 2003 in England durchgeführt wurde , bekamen die Kühe das Gen-Futter nur über zwei Monate. Als Vergleich zu den Daten aus Hessen können die Ergebnisse aus England aber ohnehin nicht heran gezogen werden, da in England andere Gen-Pflanzen verfüttert wurden.

Vermutlich waren die Ergebnisse aus Hessen für die Milchwirtschaft einfach zu unbequem - eine Unterscheidung der Milch von Kühen, die mit Gen-Pflanzen gefüttert werden, von denen, die normales Futter gefressen haben, würde neue Kontroll- und Überwachungsmethoden erfordern. Milch von Kühen, die Gen-Futter gefressen haben, wäre dann wohl rasch unverkäuflich.


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