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Freitag, 29. August 2008

Gentechnik: Keine Hoffnung für die Hungernden



Gen-Verschmutzung gefährdet Ernährungssicherheit


Schwere Folgen für die Welternährung drohen durch die Verschmutzung einheimischer Sorten mit Gentechnik, da sich die Gen-Pflanzen mit anderen Pflanzen vermischen (sog. Auskreuzung) und sie so die Vielfalt bedrohen.

Alle landwirtschaftlichen Nutzpflanzen wurden vor Tausenden von Jahren aus ihren wilden Verwandten gezüchtet. Die Landwirtschaft braucht auch heute eine Vielfalt von Pflanzen, um deren Eigenschaften auf andere Pflanzen zu übertragen: So lässt sich ein Weizen dem sich ändernden Klima, Schädlingen, Krankheiten und veränderten Umweltbedingungen anpassen. Jack Harlan, ein berühmter Botaniker, erklärt: "Genetische Vielfalt steht zwischen uns und einer katastrophalen Hungersnot, wie wir sie uns nicht vorstellen können".

Die industrielle Landwirtschaft hat bereits 75% unserer Nahrungspflanzen verschwinden lassen. In Indien gab es einst 30 000 kultivierte Reissorten, heute spielen nur noch zehn eine Rolle.

Für den Anbau von genmanipulierten Pflanzen gibt es in zahlreichen Entwicklungsländern keine Überwachungssysteme oder gesetzlichen Rahmenbedingungen, wie sie internationale Übereinkünfte (Biosafety-Abkommen oder Cartagena Protokoll) vorsehen. Die Folge: Gen-Pflanzen können sich noch schneller ausbreiten. Wie wenig die Auskreuzung tatsächlich zu kontrollieren ist, belegt das Beispiel Mexiko:

Wissenschaftler fanden im Jahr 2001 in dem mexikanischen Staat Oaxaca einheimische Maissorten, die gentechnisch verschmutzt waren. Oaxaca ist eine der Regionen, in denen der Mais seinen Ursprung hat. Die Verschmutzung ist daher besonders dramatisch. Wie die fremden Gene in den Mais gelangten, ist unklar - in der Region wird kein Gen-Mais angebaut.


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