Gentechnik: Keine Hoffnung für die Hungernden
Hungersnot in Afrika: "Bettler haben keine Wahl"
Im südlichen Afrika herrschte 2002 infolge der Dürre eine akute Hungersnot. Rund 13 Millionen Menschen waren bedroht. Die USA lieferten genmanipulierten Mais als Nahrungsmittelhilfe. Sambia, Simbabwe und Mosambik lehnten diese Hilfe jedoch ab. Sie befürchteten, dass der Gen-Mais keimfähige Körner enthalten könnte, die dann nicht nur gegessen, sondern auch ausgesät werden würden. So hätte sich der Gen-Mais unkontrolliert ausbreiten können. Die Folgen für die Umwelt und die landwirtschaftliche Produktion der betroffenen Staaten hätten fatal sein können. Mais ist das wichtigste Nahrungsmittel im südlichen Afrika.
Es gibt Alternativen zum Vorgehen der USA: Tansania und Kenia boten herkömmlichen Mais, Indien Reis und Weizen an. Andere Länder wiederum stellten Geld für Getreideaufkäufe aus der Region zur Verfügung. Doch davon wollen die USA nichts wissen. So äußerte sich ein Sprecher des US-Entwicklungsministeriums auch ganz ungeniert, als Indien sich über genmanipulierte Nahrungshilfen aus den USA beschwerte: "Beggars can't be choosers" - Bettler haben keine Wahl.
Mit dem Streit um den Import von Gen-Mais in afrikanische Länder wurde auch erstmals öffentlich, dass die USA diesen Ländern, zum größten Teil gegen ihren erklärten Willen, schon seit 1996 Gen-Mais und -Soja als Hungerhilfe geliefert hatten. Wie der New Scientist im September 2002 berichtete, gelangten die Lieferungen nicht nur in viele Staaten Afrikas, sondern auch auf die Philippinen, nach Indien, Bolivien, Kolumbien, Guatemala, Nicaragua und Ecuador.
Seite 6 / 8
Diesen Artikel per E-Mail versenden
Ein Lesezeichen zu diesem Artikel anlegen
Mehr aus diesem Artikel
Europaweit haben eine Million Menschen unterschrieben und sich gegen Gentechnik im Tierfutter ausgesprochen! Lesen Sie, was Horst Seehofer jetzt versprochen hat.
Was hat die Kuh gefressen, deren Milch ich trinke?
Bei welchen tierischen Produkten wie Fleisch, Joghurt, Eier Gen-Pflanzen im Spiel waren, erfahren Sie in
unserem Ratgeber.