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Sonntag, 12. Oktober 2008

"Gentechnikfrei" jetzt auch in Österreich



Die Upländer machens seit Juni, und nun ist auch die zweitgrößte österreichische Molkerei NÖM dabei. Das gesamte Frischmilchsortiment der Österreicher stammt von Kühen, die garantiert kein Gen-Futter fressen mussten. Und das, ohne den Preis für die Verbraucher anzuheben. Deutsche Großmolkereien wie die Unternehmensgruppe Theo Müller behaupten bislang, dass die Fütterung ohne genmanipulierte Pflanzen nicht möglich sei.


"Frischmilch gentechnikfrei – ein großer Erfolg für die Verbraucher, für die Umwelt und für Greenpeace", freut sich Greenpeace-Landwirtschaftsexperte Alexander Hissting. Noch im September 2004 hatten Greenpeace-Aktivisten vor der NÖM-Zentrale in Baden bei Wien gegen Gentechnik im Kuhfutter protestiert.

Mit rund 100 Millionen Liter Frischmilch pro Jahr stellt die NÖM jetzt in Kooperation mit knapp 1800 Landwirten etwa ein Drittel ihrer Milchprodukte ohne Gen-Pflanzen her. Die NÖM prüft auch die Umstellung ihrer weiter verarbeiteten Lebensmittel wie Joghurt und Butter.

Und die NÖM hat auch den deutschen Markt im Visier: "Mit der Gentechnikfrei-Milch erhoffen wir uns auch gute Absatzchancen in Deutschland", sagt Gerhard Schützner, Generalbevollmächtigter der NÖM. Schützner arbeitete zuvor 17 Jahre als Geschäftsführer der Molkerei Müller.

Laut einer Umfrage des Meinungsforschungs-Instituts GfK vom Februar 2005 lehnen 68 Prozent der deutschen Verbraucher Milch von Kühen ab, die mit gentechnisch veränderten Pflanzen gefüttert wurden. Fast 45 Prozent wären sogar bereit, mindestens zehn Cent je Liter Milch mehr zu bezahlen, wenn diese ohne Gen-Pflanzen im Futter produziert wurde.

Gute Karten also für NÖM und Zeit für deutsche Molkereien, ihre Produktion endlich umzustellen.

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