Und obwohl die Marktaktivisten in diesen Telefonaten bestätigten, dass dies eine Protestaktion und kein Spam sei, zog Bayer los, um die Seite am Abend des 30. Oktober 2006 sperren zu lassen. Nachdem www.einkaufsnetz.org am nächsten Tag wieder online war, protestierten Tausende nicht nur gegen Gen-Reis, sondern auch gegen das Demokratieverständnis von Bayer.
Bayer dementierte prompt, wie das Antwortschreiben an die Marktaktivisten zeigt:
"Sehr geehrte Frau ...,
vielen Dank für Ihr Mail zu der angeblich von Bayer initiierten Abschaltung der Website www.einkaufsnetz.org. Sie geben uns damit die Gelegenheit, zu dem von Greenpeace erhobenen Vorwurf Stellung zu nehmen.
Wir versichern Ihnen, dass der Vorwurf nicht berechtigt ist. Die Bayer AG hat die Website nicht vom Netz nehmen lassen. Eine solche Aktion wäre weder technisch noch rechtlich durchführbar, sie läge auch nicht im Interesse unseres Unternehmens.
Freundliche Grüße / Best Regards"
Der Agrar-Konzern hat Recht, wenn er behauptet, er habe die Seite nicht direkt abgeschaltet. Das ist technisch in der Tat nicht möglich. Davon war auch nie die Rede. Aber es gibt viele Wege, die zur Abschaltung einer Website führen können. Druck gepaart mit gezielter Desinformation ist einer davon.
Auch die Marktaktivisten sind wütend über diesen Angriff auf die Redefreiheit. Lesen Sie ein paar Kommentare!
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