Sojabohnen für den Export, nicht für die Armen
Paradoxerweise hat die schnelle Ausweitung der Sojabohnenproduktion die Nahrungssicherheit in Argentinien herabgesetzt (1, S.26). Anbauflächen, auf denen einst Weizen, Mais, Sonnenblumen, Hirse, Reis, Bohnen oder das Viehfutter für den Eigenbedarf erwirtschaftet wurde, werden heute zur großindustriellen Produktion von Sojabohnen für den Export genutzt. 91 % der 2003/04 produzierten Sojabohnen wurden - meist als Sojaschrot - auf dem Weltmarkt verkauft.
Von 1996 bis 2002 (der Zeitraum der größten Ausdehnung der Sojabohnen-Produktion) hat die Zahl der Argentinier, denen der Zugriff auf Grundnahrungsmittel fehlt, von 3,7 auf 8,7 Millionen zugenommen (14). Die Produktion von Fleisch, Milchprodukten und Eiern ist zurückgegangen (1, S.26).
Als Antwort auf den alarmierenden Anstieg von Hunger und Armut wurde 2002 die Kampagne "Soja Solidaria" gestartet (15). Die Produzenten von Sojabohnen wurden gebeten, 0,1 % ihres Jahresertrags an die Armen zu spenden. Das Programm stieß auf Kritik von Ärzten, die aussagten, dass Sojabohnen nicht geeignet seien, Unterernährung zu bekämpfen (1, S.28). Zudem gehörte Soja nie zur typischen Ernährung der Argentinier.
Die argentinische Regierung hat jetzt bestätigt, dass das Wachstum der Soja-Industrie soziale Probleme ausgelöst hat (16), aber die ökonomische Abhängigkeit vergrößert sich weiter. Seit 1997 ist der Export von Soja um 125 % gestiegen (17). Die argentinische Regierung führte während der Wirtschaftskrise von 2001 eine Exportsteuer ein, die 2003 bereits 12,5 % der gesamten Einnahmen des Staates deckte. Etwa die Hälfte davon stammt aus dem Sojaexport (1, S.4).
Diese Abhängigkeit der Regierung von den Steuereinkünften aus den Sojabohnen hat zwar die industrielle Ausdehnung schnell angetrieben, aber hat dabei wenig Nutzen für das argentinische Volk gebracht. Die Exportsteuer wurde ursprünglich begründet als ein Mittel, um das Sozialsystem zu finanzieren, aber im stattlichen Haushaltsplan für 2003 waren tatsächlich nur ein Drittel der Steuereinkünfte dafür vorgesehen (1, S.16).
(14) INDEC - Instituto Nacional de Estadística y Censos. (2004) Pobreza. http://www.indec.gov.ar/
(15) Huergo, H.A. (2002) In: Ibáñez, L. La Gente, No. 1906, 29th January 2002.
(16) Huergo, H.A. (2003) Así, la soja es peligrosa. Clarin, Suplemento Rural, 9th August 2003.
(17) INDEC - Instituto Nacional de Estadística y Censos. (2004). Exportaciones según complejos exportadores.
http://www.indec.gov.ar/nuevaweb/cuadros/19/expserieajust.xls
Paradoxerweise hat die schnelle Ausweitung der Sojabohnenproduktion die Nahrungssicherheit in Argentinien herabgesetzt (1, S.26). Anbauflächen, auf denen einst Weizen, Mais, Sonnenblumen, Hirse, Reis, Bohnen oder das Viehfutter für den Eigenbedarf erwirtschaftet wurde, werden heute zur großindustriellen Produktion von Sojabohnen für den Export genutzt. 91 % der 2003/04 produzierten Sojabohnen wurden - meist als Sojaschrot - auf dem Weltmarkt verkauft.
Von 1996 bis 2002 (der Zeitraum der größten Ausdehnung der Sojabohnen-Produktion) hat die Zahl der Argentinier, denen der Zugriff auf Grundnahrungsmittel fehlt, von 3,7 auf 8,7 Millionen zugenommen (14). Die Produktion von Fleisch, Milchprodukten und Eiern ist zurückgegangen (1, S.26).
Als Antwort auf den alarmierenden Anstieg von Hunger und Armut wurde 2002 die Kampagne "Soja Solidaria" gestartet (15). Die Produzenten von Sojabohnen wurden gebeten, 0,1 % ihres Jahresertrags an die Armen zu spenden. Das Programm stieß auf Kritik von Ärzten, die aussagten, dass Sojabohnen nicht geeignet seien, Unterernährung zu bekämpfen (1, S.28). Zudem gehörte Soja nie zur typischen Ernährung der Argentinier.
Die argentinische Regierung hat jetzt bestätigt, dass das Wachstum der Soja-Industrie soziale Probleme ausgelöst hat (16), aber die ökonomische Abhängigkeit vergrößert sich weiter. Seit 1997 ist der Export von Soja um 125 % gestiegen (17). Die argentinische Regierung führte während der Wirtschaftskrise von 2001 eine Exportsteuer ein, die 2003 bereits 12,5 % der gesamten Einnahmen des Staates deckte. Etwa die Hälfte davon stammt aus dem Sojaexport (1, S.4).
Diese Abhängigkeit der Regierung von den Steuereinkünften aus den Sojabohnen hat zwar die industrielle Ausdehnung schnell angetrieben, aber hat dabei wenig Nutzen für das argentinische Volk gebracht. Die Exportsteuer wurde ursprünglich begründet als ein Mittel, um das Sozialsystem zu finanzieren, aber im stattlichen Haushaltsplan für 2003 waren tatsächlich nur ein Drittel der Steuereinkünfte dafür vorgesehen (1, S.16).
(14) INDEC - Instituto Nacional de Estadística y Censos. (2004) Pobreza. http://www.indec.gov.ar/
(15) Huergo, H.A. (2002) In: Ibáñez, L. La Gente, No. 1906, 29th January 2002.
(16) Huergo, H.A. (2003) Así, la soja es peligrosa. Clarin, Suplemento Rural, 9th August 2003.
(17) INDEC - Instituto Nacional de Estadística y Censos. (2004). Exportaciones según complejos exportadores.
http://www.indec.gov.ar/nuevaweb/cuadros/19/expserieajust.xls
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