Die für die EU-Zulassung durchgeführten Fütterungsversuche wurden an Ratten und Hühnern durchgeführt. Wie eine Anhörung des Landwirtschaftsministeriums in England zeigte, entsprechen die Versuche aber nicht den üblichen wissenschaftlichen Standards. Die Versuchsgruppen waren zu klein, notwendige Vergleichsgruppen fehlten. Zudem wurde bei den Hühnern, die mit Gen-Mais gefüttert wurden, eine erhöhte Mortalität beobachtet.
Aus den Zulassungsunterlagen für die US Behörden und die EU geht zudem hervor, dass die gentechnisch veränderten Pflanzen unerwartete Abweichungen in der Konzentration von untersuchten Inhaltsstoffen wie Fetten, Eiweißen und Faserstoffen zeigen. Abweichungen wurden auch bezüglich der Qualität der Inhaltsstoffe festgestellt: Die Konzentration bestimmter Aminosäuren war ebenso verändert wie der Gehalt an Fettsäuren.
Im September 2004 sprach sich die EU-Kommission für die Zulassung der Mais Sorte MON 863 aus. Dieser Mais der Firma Monsanto enthält ein Gift, das ihn gegen bestimmte Fraßschädlinge (Wurzelbohrer) unempfindlich machen soll. In Fütterungsversuchen an Ratten konnte man eine Verringerung der Anzahl der weißen Blutkörperchen und eine Beeinträchtigungen der Nierenfunktion feststellen . Erst durch einen Artikel in der Zeitung "Le Monde" wurde dies der Öffentlichkeit bekannt. Bis heute weigert sich die Firma Monsanto, die vollständigen Unterlagen zu veröffentlichen.
Trotz dieser bedenklichen Ergebnisse wurde der Mais von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) ohne weitere Untersuchungen als sicher eingestuft. Im Januar 2006 wurde Mon 863 trotz fehlender Mehrheit im EU-Ministerrat von der EU-Kommission zur Verwendung in Lebensmitteln zugelassen.


