Was steckt hinter Müllermilch?
Müller gegen Greenpeace: Rechtsstreit um "Gen-Milch"
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19. Dezember 2006: Dritte Schlappe für Müller
Das Oberlandesgericht (OLG) Köln hat entschieden, dass Greenpeace die Milch des Müller-Konzerns auch weiterhin als "Gen-Milch" bezeichnen darf. Dies ist bereits der dritte gescheiterte Versuch von Müllermilch, vor dem OLG Köln Greenpeace per Gerichtsbeschluss an der Verwendung des Begriffs zu hindern. Müller verkündete bereits, als Nächstes vor den Bundesgerichtshof zu ziehen, um Revision gegen das Urteil einzulegen.
24. Mai 2006: Das Landgericht Köln hat Greenpeace die einfache Verwendung des Begriffes "Gen-Milch" erneut untersagt. Das ist das vorläufige Ergebnis des von Müllermilch im Juni 2005 eingereichten Hauptsacheverfahrens. Zuvor war der Konzern in zwei Verfügungsverfahren gescheitert. Gegen das jetzige Urteil wird Greenpeace beim Oberlandesgericht Köln Berufung einlegen.
14. Oktober 2005: Das Landgericht Hamburg hat den Müller-Konzern durch eine einstweilige Verfügung in die Schranken gewiesen. Dieser darf nun nicht mehr behaupten, dass Greenpeace wissenschaftliche Fakten verschweige und in Wirklichkeit genau wisse, "dass gentechnisch verändertes Futter keine Auswirkungen auf Milch habe". Tatsächlich ist dies wissenschaftlich noch überhaupt nicht geklärt. Nichts anderes sagt Greenpeace seit Jahren. Und das ist, wie jetzt auch gerichtlich bestätigt, auch erlaubt.
5. Juli 2005: Greenpeace darf Müller-Milch wieder als "Gen-Milch" bezeichen! Obwohl Müller genmanipulierte Futtermittel an die Milchkühe verfüttern lässt, wollte der Konzern Greenpeace die Verwendung des Begriffs "Gen-Milch" gerichtlich untersagen lassen.
Anstatt den Verbrauchern zu garantieren, dass bei der Milchproduktion keine Gen-Pflanzen eingesetzt werden, zerrte Müller Greenpeace vor Gericht.
28. Oktober 2004: Das OLG Köln hat entschieden, dass Müller-Produkte als "Gen-Milch" bezeichnet werden dürfen, da ein von Gentechnik betroffenes Produkt vorliege. Auch mit der erneuten Niederlage will sich Müller nicht abfinden. Der Milchriese hat bereits ein Hauptsacheverfahren gegen Greenpeace eingeleitet und will bis zum obersten deutschen Zivilgericht, dem Bundesgerichtshof (BGH) ziehen.
Doch "Gen-Milch" hin oder her. Die Verwendung eines Begriffs ändert nichts an der Tatsache, dass beim Herstellungsprozess der Müllermilch Gen-Pflanzen verfüttert werden - und das muss sich nach Ansicht von Greenpeace schleunigst ändern.

