Was steckt hinter Müllermilch?
Milch, Fleisch, Eier: Kennzeichnungslücke
Seit dem 18. April 2004 müssen genmanipulierte Lebensmittel und Tierfutter in der EU gekennzeichnet werden. So will es die neue, strengere Kennzeichnungsverordnung. Doch die Verordnung hat eine Lücke: Produkte wie Käse, Milch, Fleisch oder Eier, die von Tieren stammen, die mit Gen-Pflanzen gefüttert wurden, müssen nicht deklariert werden. Der Verbraucher erfährt also nicht, ob er beim Kauf tierischer Produkte den Anbau und die Verfütterung von Gen-Pflanzen unterstützt. Tatsache ist, über 80 Prozent der nach Deutschland importierten Gen-Pflanzen landen im Futtertrog der Tiere.
Inzwischen hat auch die Politik reagiert. Im Sommer 2004 beauftragte der Deutsche Bundestag die Regierung, sich auf EU-Ebene für eine Kennzeichnungsregelung einzusetzen, die auch Produkte von Tieren einschließt, die mit Gen-Pflanzen gefüttert wurden. Auch der Europarat verabschiedete im Januar 2005 eine Resolution, in der er seine Mitgliedsstaaten und das Europäische Parlament auffordert, eine Kennzeichnung tierischer Produkte gesetzlich zu verankern.
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