Welche Substanzen sich in "Sanitized" verbergen, daraus machen die Schweizer ein Geheimnis: Keine Information auf der Homepage oder auf direkte Nachfrage. Aus Marketingleiter Urs Stalder ist nur herauszulocken, dass hundert verschiedene Substanzen die Haut-Mikroben ausschielten und "die Inhaltsstoffe werden nicht deklariert, aber wir können das zurückverfolgen."
Greenpeace-Recherchen kamen zum Ergebnis, dass je nach Einsatzzweck die Zusammensetzung des Produktes schwankt. Enthalten sein können u.a. Pestizide wie Permethrin oder Captan, antibakterielle Wirkstoffe wie Triclosan, Organozinnverbindungen und Kathon 893, Geruchshemmer, Duftstoffe oder Lösemittel. Die patentierten "Sanitized"-Cocktails mischt der Konzern Clariant (Hoechst/ Sandoz) zusammen und verkauft diese weltweit über sein Vertriebsnetz.
Ein Test des Greenpeace Magazins (Heft Mai/Juni 2004) bestätigt die Vermutungen: Bis zu einem halben Gramm Triclosan pro Kilogramm Textil hat das beauftragte Kölner eco-Umweltinstitut nachgewiesen.
Während die Sanitized AG behauptet, dass "Sanitized" Produkte direkt mit der Faser verbunden" werden, ergab ein weiterer Greenpeace Magazin-Test, dass Schweiß das Biozid schon nach einer Stunde aus der Faser löst. Das heißt: Triclosan landet auf der Haut. Dort stört es das natürliche Gleichgewicht, indem es auch nützliche Keime tötet, so Prof. Dr. Uwe Wollina, Chefarzt der Hautklinik Dresden. Dadurch werde der natürliche Schutzmantel der Haut angegriffen.
"Sanitized" kann auch in Produkten wie Polstermöbeln, Bodenbelägen, Matratzen, Zahnbürsten, Staubsaugern, Kühlschränken, Leder, Auto-Ausstattungen oder Campingartikeln enthalten sein.
Mit dem Verkauf von "Sanitized"-Produkten werben Unternehmen wie Tchibo, DuPont (Lycra), HIS-Socken, Felizia-Strümpfe/ Dessous, Rogo-Strümpfe, Best-Handschuhe oder Nolan-Motorradhelme. Auch andere antimikrobielle Ausstattungen wie Amicor, Microban, Monolith, Silfresch, Tinosan, Ultra-Fresh können Triclosan oder andere kritische Chemikalien enthalten.


