REACH - für ein giftfreies Europa
Frau Merkel, mein Bauch ist kein Chemiestandort
Dieser Ansicht sind sechs schwangere Frauen, die am 17. November vor der CDU-Parteizentrale in Berlin gegen die Belastung ihres Körpers mit Industriechemikalien protestieren. Bis zu 300 Industriechemikalien aus Alltagsprodukten wurden bereits im menschlichen Blut und in der Muttermilch nachgewiesen. Sie können durch die Nabelschnur bereits aufs Baby übertragen werden.
"Frau Merkel sollte sich als angehende Mutter der Nation nicht nur für BASF und Bayer einsetzen, sondern auch für die Gesundheit unserer Kinder", fordert Greenpeace-Chemie-Expertin Ulrike Kallee. Wenn nur ein Bruchteil von allen 100.000 ungeprüften Chemikalien getestet wird, erfahren Verbraucher und Verbraucherinnen nie, welche Stoffe Krebs erregend sind oder der Fortpflanzungsfähigkeit schaden.
Nach der heutigen Parlamentsabstimmung liegt der Ball bei den Mitgliedsstaaten. Der EU-Ministerrat muss noch sein Votum abgeben, bevor REACH ein für alle EU-Staaten verbindliches Gesetz wird. Über den Ministerrat will Angela Merkel dafür sorgen, dass die deutsche Chemieindustrie kaum Untersuchungen über die Gefährlichkeit ihrer Chemikalien vorlegen muss. „Das ist kurzsichtige und verantwortungslose Politik. REACH wird die Chemieindustrie gerade mal 0,05 Prozent ihres Jahresumsatzes kosten. Dem gegenüber stehen geschätzte Einsparungen von 50 Milliarden Euro im europäischen Gesundheitswesen. Erst diese Woche hat die BASF, Europas größter Chemiekonzern, eine Umsatzsteigerung von elf Prozent bekannt gegeben“, sagt Kallee.
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