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fordert, gefährliche Chemikalien endlich aus alltäglichen Produkten wie Creme, Schuhe oder Möbel zu verbannen.

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Mittwoch, 7. Januar 2009

REACH - für ein giftfreies Europa



Extraportion Chemikalien in Babymilch


In Italien, Frankreich, Spanien und Portugal musste der Schweizer Konzern Nestlé im November viele Millionen Liter Babymilch vom Markt nehmen. Niemand weiß genau, wie die Chemikalie (ITX), die über die Verpackung in die Milch gelangt ist, wirkt. Zumindest soll die Substanz - so ihr Hersteller - nicht in Kontakt mit Haut und Augen kommen! Doch welche Gefahren im Einzelnen von ITX ausgehen, ist nicht bekannt. Denn wie für 100.000 weitere Chemikalien in T-Shirts, Kosmetik und Kinderspielzeug gilt auch für ITX: bislang leider nicht geprüft. Und es sieht so aus, als würde sich daran so bald nichts ändern! Das EU-Parlament hat am 17. November in erster Lesung über die EU-Chemikalienverordnung REACH (Registrierung, Evaluierung und Autorisierung von Chemikalien) abgestimmt - weitgehend im Sinne der Chemie-Industrie!

Einzig der Beschluss, dass die Chemiebranche gefährliche Substanzen schrittweise durch ungefährlichere ersetzen muss, ist ein Erfolg für den Umwelt-, Gesundheits- und Verbraucherschutz. Da die chemische Industrie dem heutigen Votum zufolge für Tausende von Chemikalien jedoch keine Sicherheitsdaten mehr liefern müsste, wird das Auffinden gefährlicher Stoffe gleichzeitig torpediert. Wenn nur ein Bruchteil von allen 100.000 ungeprüften Chemikalien getestet wird, erfahren Verbraucher und Verbraucherinnen nie, welche Stoffe Krebs erregend sind oder der Fortpflanzungsfähigkeit schaden.

Nach der Parlamentsabstimmung am 17. November liegt der Ball bei den Mitgliedsstaaten. Der EU-Ministerrat muss noch sein Votum abgeben, bevor REACH ein für alle EU-Staaten verbindliches Gesetz wird. Über den Ministerrat will Angela Merkel dafür sorgen, dass die deutsche Chemieindustrie kaum Untersuchungen über die Gefährlichkeit ihrer Chemikalien vorlegen muss. Dabei würde REACH die Chemieindustrie gerade einmal 0,05 Prozent ihres Jahresumsatzes kosten. Dem gegenüber stehen geschätzte Einsparungen von 50 Milliarden Euro im europäischen Gesundheitswesen.


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