Eine Rangliste für "grüne" Elektronik
19. September 2007: Grüne Elektronik auf dem Vormarsch
Klicken Sie in der Animation auf die unterschiedlichen Versionen und Sie werden sehen, wie sich die Firmen bewegt haben.
Der Leitfaden zur grünen Elektronik wurde im August 2006 das erste Mal veröffentlicht. Er war die Antwort von Greenpeace auf die Tatsache, dass die meisten Firmen sich nicht dafür veratwortlich fühlten, ihren Elektroschrott auch zu recyclen. Der Leitfaden bewertet die 14 größten Elektro-Hersteller danach, inwiefern sie in ihren Produkten gefährliche Substanzen verarbeiten und ob sie über Rückgabe- und Recyclingsysteme für ihre Altgeräte verfügen. Die neueste Ausgabe gibt Nokia als derzeit führenden Hersteller an. Sony Ericsson belegt den zweiten Platz und Dell teilt sich mit Lenovo den dritten Platz.
"Greenpeace ist sehr erfreut über die bisherigen Fortschritte der Elektronik-Industrie", sagt Rick Hind, Chemieexperte von Greenpeace. "Obwohl bisher keine der Firmen neun oder zehn Punkte erreicht hat: Die Industrie ist in Schwung gekommen, und das ist sehr ermutigend."
Sony und LG Electronics (LGE) konnten ihren guten Punktestand weiter ausbauen. Beide Firmen haben die Anti-Recycling-Industriekoalition verlassen. Diese Vereinigung befürwortet es, von Verbrauchern eine Recycling-Gebühr zu verlangen und setzt sich gegen eine Verantwortung der Produktionsfirmen für Recycling ein.
"Sonys neues Programm zum kostenlosen Recyclen seiner Produkte in den USA und sein Austreten aus der Anti-Recycling-Koalition zeigen ein neues Bekenntnis zu individueller Herstellerverantwortung", fügt Hind hinzu. "Jedoch muss der Hersteller nun weitere Schritte gehen und dieses Programm weltweit bekannt machen, wenn er die Konkurrenz anführen will."
Hewlett Packard (HP) ist die einzige Firma, die Punkte verloren hat, seit der erste Leitfaden zur grünen Elektronik veröffentlicht wurde. Das Unternehmen scheint von der Herstellerverantwortung für Altgeräte abzurücken.
Am schlechtesten schneidet Panasonic ab. Obwohl der Hersteller einige Produkte frei von den meisten gefährlichen Chemikalien anbietet, versagt die Firma komplett beim Recycling alter Produkte. Apple, der Hesteller des neuen iPhone, hat keine Verbesserungen vorgenommen und darum mit 5,3 Punkten nur den zwölften Platz erreicht. Apple bleibt damit teilweise weit hinter der Konkurrenz zurück.
Insgesamt ist die Kampagne ein großer Erfolg. Innerhalb nur eines Jahres haben viele Hersteller es geschafft, bei ihren Produkten auf Polyvinylchlorid (PVC) und Bromierte Flammschutzmittel (BFR) zu verzichten. Bevor der erste Leitfaden zur grünen Elektronik veröffentlicht wurde, haben nur Nokia und Sony Ericsson Mobiltelefone verkauft, die frei von einer oder beiden Chemikalien waren.
Inzwischen gibt es auch bei Motorola und LGE solche Produkte im Sortiment. Sony hat außerdem ein großes Spektrum an Produkten wie das VAIO-Notebook, Walkman, Camcorder und Digitalkameras im Angebot, die PVC- und BFR-frei sind. Panasonic führt ebenfalls PVC-freie Produkte wie DVD-Player, Heimkino-Anlagen und Videoplayer.
Zum Weiterlesen:
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