Die Tests: Pestizide in Obst und Gemüse
Greenpeace hat wiederholt Obst und Gemüse auf Pestizide untersuchen lassen. Das alarmierende Ergebnis: Die Früchte sind oft über den Grenzwert mit Giften vollgepumpt.
Akut giftig: Trauben und Salat
Bereits eine Portion Weintrauben kann die Gesundheit akut gefährden. Das zeigen die im Januar 2007 veröffentlichten Greenpeace-Untersuchungen von Obst und Gemüse. In den 576 Obst- und Gemüseproben aus dem Angebot der führenden deutschen und österreichischen Supermärkte hat Greenpeace erneut extreme Belastungen mit akut giftigen Pestiziden gefunden. Für Kinder besteht schon beim einmaligem Verzehr dieser Lebensmittel die Gefahr von unmittelbaren Gesundheitsschäden.
Insgesamt überschreiten zwei Prozent (12 Proben) die sogenannte Akute Referenzdosis (ARfD). Bei Tafeltrauben aus konventionellem Anbau liegen sogar neun Prozent (7 von 80 Proben) über diesem Alarm-Wert. Betroffen ist auch Kopfsalat. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) legen den ARfD-Wert fest. Nach einer Stellungnahme des BfR von November 2005 "ist die Überschreitung der ARfD ein konkretes Indiz für eine mögliche Beeinträchtigung der menschlichen Gesundheit. ... eine Überschreitung der ARfD (ist) aus Sicht des gesundheitlichen Verbraucherschutzes nicht akzeptabel."
„Der Verkauf derartig giftiger Ware ist schlicht kriminell und ein schwerer Verstoß gegen das Lebensmittelgesetz“, sagt Greenpeace-Chemieexperte Manfred Krautter. „Isst ein zwölf Kilogramm schweres Kind nur zehn einzelne Beeren dieser stark belasteten Trauben, kann dies schon seine Gesundheit schädigen.“ Greenpeace fordert von Unternehmen und Landesbehörden wirksame Kontrollen. Zudem müssen sie sofort Schutzmaßnahmen ergreifen und den Verkauf der gefährlichen Lebensmittel unterbinden. „Verbraucher sollten unbedingt auf rückstandsarme Ware achten. Die beste Wahl sind Bio-Lebensmittel, die in der Regel nicht belastet sind“, erklärt Krautter.
Die Bundesbehörden verschärfen das Problem durch Schlamperei: Eine Überschreitung der ARfD-Werte bedeutet nicht, dass der Wert automatisch über der gesetzlichen Pestizid-Höchstmenge liegt. Das kommt dadurch zustande, dass das zuständige Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) diese Höchstmengen offenbar fehlerhaft festgelegt hat. Der Greenpeace-Bericht zur aktuellen Untersuchung führt insgesamt 60 solcher unsicheren Höchstmengen auf. „Minister Horst Seehofer muss seine Behörden anweisen, die Höchstmengen von Agrargiften sofort zu senken und gefährliche Spritzmittel verbieten“, fordert Krautter.
Hier finden Sie die Ergebnisse im Einzelnen.
Zum Weiterlesen:
Bereits eine Portion Weintrauben kann die Gesundheit akut gefährden. Das zeigen die im Januar 2007 veröffentlichten Greenpeace-Untersuchungen von Obst und Gemüse. In den 576 Obst- und Gemüseproben aus dem Angebot der führenden deutschen und österreichischen Supermärkte hat Greenpeace erneut extreme Belastungen mit akut giftigen Pestiziden gefunden. Für Kinder besteht schon beim einmaligem Verzehr dieser Lebensmittel die Gefahr von unmittelbaren Gesundheitsschäden.
Insgesamt überschreiten zwei Prozent (12 Proben) die sogenannte Akute Referenzdosis (ARfD). Bei Tafeltrauben aus konventionellem Anbau liegen sogar neun Prozent (7 von 80 Proben) über diesem Alarm-Wert. Betroffen ist auch Kopfsalat. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) legen den ARfD-Wert fest. Nach einer Stellungnahme des BfR von November 2005 "ist die Überschreitung der ARfD ein konkretes Indiz für eine mögliche Beeinträchtigung der menschlichen Gesundheit. ... eine Überschreitung der ARfD (ist) aus Sicht des gesundheitlichen Verbraucherschutzes nicht akzeptabel."
„Der Verkauf derartig giftiger Ware ist schlicht kriminell und ein schwerer Verstoß gegen das Lebensmittelgesetz“, sagt Greenpeace-Chemieexperte Manfred Krautter. „Isst ein zwölf Kilogramm schweres Kind nur zehn einzelne Beeren dieser stark belasteten Trauben, kann dies schon seine Gesundheit schädigen.“ Greenpeace fordert von Unternehmen und Landesbehörden wirksame Kontrollen. Zudem müssen sie sofort Schutzmaßnahmen ergreifen und den Verkauf der gefährlichen Lebensmittel unterbinden. „Verbraucher sollten unbedingt auf rückstandsarme Ware achten. Die beste Wahl sind Bio-Lebensmittel, die in der Regel nicht belastet sind“, erklärt Krautter.
Die Bundesbehörden verschärfen das Problem durch Schlamperei: Eine Überschreitung der ARfD-Werte bedeutet nicht, dass der Wert automatisch über der gesetzlichen Pestizid-Höchstmenge liegt. Das kommt dadurch zustande, dass das zuständige Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) diese Höchstmengen offenbar fehlerhaft festgelegt hat. Der Greenpeace-Bericht zur aktuellen Untersuchung führt insgesamt 60 solcher unsicheren Höchstmengen auf. „Minister Horst Seehofer muss seine Behörden anweisen, die Höchstmengen von Agrargiften sofort zu senken und gefährliche Spritzmittel verbieten“, fordert Krautter.
Hier finden Sie die Ergebnisse im Einzelnen.
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