Geheimsache Lebensmittelüberwachung
Rückstandsfreies Obst und Gemüse in Supermärkten ist Mangelware. Warum greifen Behörden nicht ein? Greenpeace fordert Aufklärung bei den Lebensmittelüberwachungs-
behörden, doch die hüllen sich in Schweigen.
Auch die Studie "Pestizide am Limit II" aus dem Jahr 2005 zeigt: Die Länder kontrollieren zu selten, die staatlichen Untersuchungslabore sind meistens nicht auf dem notwendigen technisch-wissenschaftlichen Stand und nur sechs Bundesländer sorgen für Verbrauchertransparenz, indem sie aktuelle Untersuchungsergebnisse im Internet veröffentlichen. Einzig die Kontrollen in Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg und Niedersachsen wurden insgesamt mit "ausreichend" bewertet. Alle anderen Bundesländer erhielten die Note "mangelhaft". Bereits 2003 war Greenpeace zu einem ähnlichen Ergebnis gelangt.
Die meisten Überwachungsbehörden werden selbst dann nicht tätig, wenn sie eindeutige Hinweise auf Verstöße erhalten. So meldete Greenpeace im November 2005 nach eigenen Tests von Obst und Gemüse 48 Proben mit Überschreitungen der gesetzlichen Pestizidhöchstmengen bei den zuständigen Behörden - bislang blieben diesen Meldungen ohne konkrete Folgen.
Greenpeace hat Verbraucherminister Horst Seehofer (CSU) die Studie am 10. April zusammen mit 65.000 Protestpostkarten von Verbrauchern übergegeben. Und der Minister gibt Greenpeace Recht: "Die Lebensmittelüberwachung in Deutschland ist mangelhaft." Er wolle dafür sorgen, dass die Agrarminister der Länder stärker zur Verantwortung gezogen werden.
1200 EinkaufsNetz-Mitmacher haben Horst Seehofer und seine Länderkollegen im April 2006 aufgefordert, für eine bessere Lebensmittelkontrolle zu sorgen! Bislang ohne Erfolg!
Vielleicht können Sie Herrn Seehofer mit einem persönlichen Brief überzeugen. Hier ist seine Adresse:
Horst Seehofer MdB
Platz der Republik 1
11011 Berlin
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