Handelsketten machen sich doppelte Standards zunutze
Uneinsichtig reagieren die Supermarktketten Rewe, Edeka und Metro auf den jüngsten Greenpeace-Pestizidtest. Dieser hatte Trauben und Salaten diverser Handelshäuser ein schlechtes Zeugnis ausgestellt. Die gesetzlichen Höchstmengen seien nicht überschritten worden, so die einhellige Meinung der Handelskonzerne, die Ware sei verkehrsfähig. Greenpeace sieht das anders und verklagt die verantwortlichen Handelsketten Edeka, Rewe, Kaufhof (Metro), Karstadt und Aldi-Süd.
Fatal für Verbraucher: Die Handelsketten beachten die Standards der WHO und der BfR nicht. Sie klammern sich an die großzügig festgelegten gesetzlichen Pestizidhöchstmengen. So landen gesundheitsgefährdende Lebensmittel im Supermarktregal - und das scheinbar auch noch legal. "Minister Horst Seehofer muss seine Behörden anweisen, die Höchstmengen von Agrargiften sofort zu senken und gefährliche Spritzmittel verbieten", fordert Greenpeace-Chemie-Experte Manfred Krautter.
Doch auch die Handelsketten sollen Verantwortung übernehmen. Greenpeace hat ein juristisches Gutachten erstellen lassen. Demnach ist das Inverkehrbringen von Lebensmitteln, die die Akute Referenzdosis überschreiten, gesundheitsschädlich und somit verboten. Greenpeace hat daraufhin Strafanzeige wegen der wiederholten Vermarktung gesundheitsgefährdender Nahrung erstattet.
Zum Weiterlesen:
Juristisches Gutachten "Akute Referenzdosis"


