Nur mit Feigenblatt und Unterhose bekleidet protestieren Greenpeace-Aktivisten am 13. Dezember 2005 vor dem Bundeskanzleramt gegen Zeugungsunfähigkeit durch Alltags-Chemikalien. Die Feigenblätter tragen die Aufschrift „Alltagschemie ist Gift für meine Spermien!“. Hintergrund des Protestes: Für jedes zehnte Paar in Deutschland bleibt der Kinderwunsch mittlerweile unerfüllt. Als eine der Hauptursachen gelten Chemikalien, die insbesondere die Fruchtbarkeit von Männern schädigen. Dazu gehören zum Beispiel Weichmacher, die in Rasiercreme, Lebensmittelverpackungen oder Badelatschen stecken.
Die EU-Chemikalienverordnung REACH soll endlich Abhilfe schaffen. Doch der EU-Wettbewerbsrat hat am 13. Dezember beschlossen, dass die Industrie gefährliche Stoffe nicht durch sicherere Alternativen ersetzen muss. Zuvor hatte bereits das EU-Parlament in erster Lesung entschieden, dass die Wirtschaft immer weniger Daten erheben und vorlegen muss.
Von der groß angelegten Chemikalienreform droht kaum mehr etwas übrig zu bleiben. Im nächsten Jahr landet sie wieder im EU-Parlament, das bis jetzt zumindest das "Substitutionsprinzip" hochgehalten hat. Dieses Prinzip besagt, dass besonders gefährliche Chemikalien schrittweise von den Unternehmen durch unbedenklichere Alternativen ersetzt werden sollen.
Statt das Innovationspotential, das in der Entwicklung ungefährlicher Substanzen steckt, zu nutzen, stärken EU und Bundesregierung die Interessen der Chemie-Industrie. Die verzeichnet nach eigenen Angaben das stärkste Wachstum seit zehn Jahren. Zeitgleich wurden mehr als 4.000 Arbeitsplätze abgebaut.
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Die EU-Chemikalienverordnung REACH soll endlich Abhilfe schaffen. Doch der EU-Wettbewerbsrat hat am 13. Dezember beschlossen, dass die Industrie gefährliche Stoffe nicht durch sicherere Alternativen ersetzen muss. Zuvor hatte bereits das EU-Parlament in erster Lesung entschieden, dass die Wirtschaft immer weniger Daten erheben und vorlegen muss.
Von der groß angelegten Chemikalienreform droht kaum mehr etwas übrig zu bleiben. Im nächsten Jahr landet sie wieder im EU-Parlament, das bis jetzt zumindest das "Substitutionsprinzip" hochgehalten hat. Dieses Prinzip besagt, dass besonders gefährliche Chemikalien schrittweise von den Unternehmen durch unbedenklichere Alternativen ersetzt werden sollen.
Statt das Innovationspotential, das in der Entwicklung ungefährlicher Substanzen steckt, zu nutzen, stärken EU und Bundesregierung die Interessen der Chemie-Industrie. Die verzeichnet nach eigenen Angaben das stärkste Wachstum seit zehn Jahren. Zeitgleich wurden mehr als 4.000 Arbeitsplätze abgebaut.
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