Was sagen Textillabel aus?
Die Hose für 7,99 Euro aus dem Aldi erfüllt Öko-Standards? Ist das möglich? Der Öko-Tex Standard 100, das weltweit bekannteste Textillabel verspricht leider mehr als es halten kann.
Nicht empfehlenswert: Öko-Tex Standard 100
Der Öko-Tex Standard 100 ist zwar das am meisten verwendete Textil-Öko-Label der Welt, aber eine Mogelpackung. Lediglich die fertigen Kleidungsstücke werden vom Forschungsinstitut Hohenstein auf einzelne Schadstoffe geprüft - mit Grenzwerten, die kaum strenger sind als gesetzlich vorgeschrieben. Besser ist da schon der Öko-Tex Standard 100+, der auch prüft, ob die Fabrikationsstätten umweltgerecht arbeiten. Unberücksichtigt bleiben jedoch immer die Produktionsbedingungen: Zum Beispiel wie viele Pestizide auf den Baumwollfeldern landen.Empfehlenswert, nur leider nicht einheitlich
Die folgenden Textilsiegel berücksichtigen die Umweltverträglichkeit während der gesamten Produktion - also vom Acker über die Nähstube bis zum fertigen T-Shirt. Auch wenn die Standards variieren, vor allem in den unterschiedlichen Ländern, sind diese Label laut Textil-Label-Studie von Katharina Paulitsch und Claus Müller (www.itfits.de) allesamt empfehlenswert. An einem weltweit einheitlichen Zertifikat arbeiten zurzeit fünf Label-Inhaber. Gegen diesen Trend der Vereinheitlichung setzt der Öko-Anbauverband Naturland lieber auf sein eigenes Siegel: Seit Ende 2005 läuft die Zertifizierung der ersten Naturlandtextilien.
Dieses Label vom Internationalen Verband der Naturtextilien (IVN) ist derzeit wohl das wichtigste deutsche und europäische Siegel in diesem Bereich. Für die Erfüllung von ökologischen Basiskriterien gibt es das orange Label "Better", für höchste Öko-Standards wird ein "Best" in blau vergeben.
Das ist das Label des Versandhändlers Hess Naturtextilien (Deutschland, Schweiz), unter dem jährlich zwei Kollektionen mit je 2000 Textilien vertrieben werden.
Der Otto-Versand hat mit diesem Label den Versuch unternommen, auch den "Otto"- Normalverbraucher in Öko-Textilien zu hüllen - Öko-Standards, aber ohne Stricksocken-Image.
Das ist das Label des Bio-Anbieters Alnatura (Deutschland, Österreich), der Baby- und Kindersachen über den Versand (z. B. Hess Natur, Baby Butt) und circa 500 Naturtextilläden vertreibt.
Ecolabeling Nordic vergibt in Skandinavien Lizenzen für alle möglichen Öko-Produkte - unter anderem auch für Textilien.
Die Soil Association kennzeichnet rund 70 Prozent der britischen Bio-Lebensmittel. Seit 2003 gibt des den "Organic Standard" auch für Textilien.
Dieses Zeichen druckt die niederländische Kontrollstelle für Ökolandbau (Skal) auf "saubere" Textilien.


