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Dienstag, 7. September 2010

Gentechnik: 50 Jahre Risiken und Nebenwirkungen



Gleiche Bausteine - verschiedene Ergebnisse

Wie funktioniert ein Gen?


Dass Gene keine einfachen Schablonen sind, von denen jede für lediglich eine bestimmte Form zuständig ist, hat sich spätestens seit dem Jahr 2001 gezeigt. In diesem Jahr wurde erstmals eine "komplette" Karte für das menschliche Genom vorgelegt. Demnach hat der Mensch nicht wie angenommen 100.000, sondern nur etwa 30.000 Gene, die etwa eine Million verschiedene Proteine herstellen müssen.

Damit müssen wesentlich weniger Gene als angenommen wesentlich komplexere Aufgaben übernehmen als bisher vorstellbar: Inzwischen ist man der Auffassung, dass 40 bis 60 Prozent aller menschlichen Gene nicht nur für eine, sondern für mehrere Funktionen zuständig sind. Bei der Fruchtfliege beispielsweise, werden einem Gen bis zu 38.000 verschiedene Gen-Produkte d.h. Eiweiße (Proteine) zugeordnet.

Weitgehend unklar ist aber noch immer, wie sich in der Zelle die Regulation der Gene wirklich vollzieht. Offensichtlich kann diese Frage durch die Analyse des Erbgutes alleine nicht gelöst werden. Die Gene alleine können uns nicht erklären, wie Leben tatsächlich "funktioniert". Wichtigste Erkenntnis ist, dass die Wirkung der Gene nur aus dem Gesamtkontext erklärt werden kann.

Das Erbgut von Mensch und Affe stimmt zu etwa 99 Prozent überein. Zu 100 Prozent identisch ist das Erbgut bei Raupe und Schmetterling, bei Knolle und Spross der Kartoffel, bei Leber und Niere eines Menschen. Eine aktuelle Studie des deutschen Umweltbundesamtes bringt es auf den Punkt: "Gene wirken niemals isoliert, ihre Wirkung wird durch den genetischen Hintergrund und die Umwelt (mit)bestimmt."

Die Funktion und biologische Aktivität einzelner Gene hängen also vom jeweiligen Kontext ab. Und dieser Zusammenhang von Gen und ganzem Genom (der Summe aller Gene) erscheint um so komplizierter, je mehr daran geforscht wird.


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