Gentechnik: 50 Jahre Risiken und Nebenwirkungen
Besondere Risiken bei Pflanzen
Gegenüber anderen Lebensformen weisen Pflanzen eine zusätzliche Besonderheit auf, die den unkontrollierten Eingriff in das Erbgut besonders problematisch macht: Sie verfügen neben dem normalen Stoffwechsel, der u.a. Fortpflanzung und Wachstum regelt, über einen so genannten "sekundären" Stoffwechsel, der bisher nur zum Teil erforscht wurde. Hier werden mehrere 10.000 Substanzen gebildet, von denen viele hochgradig giftig sind.
Da Pflanzen vor schädlichen Umwelteinflüssen nicht weglaufen können, benötigen sie ein großes Anpassungsvermögen. Ihre Fähigkeit zur Adaption an bestimmte Standorte ist daher besonders ausgeprägt. Die Wechselwirkungen zwischen Pflanzen und ihrer Umwelt sind wesentlich vielfältiger als noch vor kurzem angenommen. Viele der hier notwendigen Funktionen werden von den "sekundären" Inhaltsstoffen erfüllt, wodurch sich ihre unglaubliche Vielzahl teilweise erklärt.
Beim Einbau neuer Gene können in den Pflanzen hier jederzeit neue toxische Stoffe, z.B. durch die Unterbrechung entgiftender Prozesse entstehen. Aber auch jenseits der Frage der Giftigkeit ergeben sich akute Gefahren: So können Pflanzen bei einer Störung des sekundären Stoffwechsels z.B. besonders anfällig gegenüber Schädlingen werden oder auch durch neue Inhaltsstoffe nützliche Insekten schädigen.
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