Zu diesem Zeitpunkt sind bereits die ersten Importe mit genmanipulierten Sojabohnen aus den USA nach Deutschland verschifft worden. Die Gentechnik-Kampagne von Greenpeace Deutschland läuft seit einigen Monaten auf Hochtouren.
Juni 1997: Der erste Rundbrief wird an die Mitmacher verschickt und damit die Aktion "Verzichtserklärungen" gestartet: Bundesweit werden Lebensmittelerzeuger aufgefordert, auf den Einsatz gentechnisch veränderter Rohstoffe zu verzichten. Seitdem kommt bei Nestlé, Unilever & Co. tausendfach das Signal an: "Hände weg von Gen-Soja und Gen-Mais".
September 1997: Das EinkaufsNetz listet Lebensmittelhersteller auf, die möglicherweise genmanipulierte Rohstoffe verarbeiten, aber auch diejenigen Unternehmen, die darauf verzichten. Die Liste basiert auch auf der Recherche von Mitmachern, die unermüdlich "Verzichtserklärungen" von der Lebensmittelindustrie fordern.
"Lieber Horst, wo Gentechnik drin ist, muss auch Gentechnik draufstehen!":
Im zweiten Rundbrief vom September 1997 werden die Mitmacher aufgerufen, Druck auf die Politik zu machen. Der damalige Gesundheitsminister Horst Seehofer ist Adressat einer Flut von Konserven, Schokoladen und Keksverpackungen. Die Aufforderung an den Minister: Er möge dringend die Kennzeichnung der Gentechnik im Essen gesetzlich regeln.
Oktober 1997: Auf der größten europäischen Lebensmittelmesse, der ANUGA in Köln, präsentiert Greenpeace 400.000 Unterschriften gegen Gentechnik im Essen.
November 1997: Suppenhersteller Erasco und zehn andere Lebensmittelfirmen steigen nach Verbraucherprotesten aus der Verwendung von Gensoja-Rohstoffen aus.


