Mai 2006: Das Landgericht Köln hat Greenpeace die einfache Verwendung des Begriffs "Gen-Milch" erneut untersagt. Das ist das vorläufige Ergebnis des von Müllermilch im Juni 2005 eingereichten Hauptsacheverfahrens. Greenpeace wird gegen das Urteil beim Oberlandesgericht Köln Berufung einlegen.
Oktober 2006: "Kann Bayer den Server blockieren?", fragt ein Marktaktivist von Greenpeace. Bayer kann. Der Agrar-Konzern ließ am Abend des 30. Oktober ohne rechtliche Handhabe die Internetseite des Greenpeace-EinkaufsNetzes sperren. Der Grund: Hunderte Marktaktivisten hatten tagsüber Protestmails über www.einkaufsnetz.org verschickt und den Konzern aufgefordert, aus dem Geschäft mit Gen-Reis auszusteigen. Zuvor war weltweit der Gen-Reis LL601 aus dem Hause Bayer illegal in Reispackungen entdeckt worden.
Oktober 2006: Verbraucherminister Seehofer (CSU) bekommt von Greenpeace 65.000 Protestkarten von Verbrauchern überreicht. Sie fordern Essen ohne Pestizide. Wegen mangelhafter Arbeit der deutschen Lebensmittelüberwachung werden Verbraucher schlecht vor pestizidbelasteten Lebensmitteln geschützt. Zu diesem Ergebnis kommt die Greenpeace-Studie "Pestizide außer Kontrolle".
Dezember 2006: Es war ein zähes Ringen über mehrere Jahre, doch jetzt hat das Europäische Parlament das EU-Chemikaliengesetz REACH beschlossen. Erstmals werden nun 30.000 bislang ungeprüfte Substanzen am Markt getestet und gegebenenfalls verboten. Ein großer Schritt in die richtige Richtung, auch wenn die Chemieindustrie die Reform durch massive Lobbyarbeit schwächen konnte.
Trotz dieser Schwachpunkte kann und muss sich REACH jetzt entwickeln! Die Möglichkeiten hierfür wurden auch durch Ihren Protest geschaffen. Allein bei unserer letzten Unterschriftsaktion an EU-Parlamentarier haben sich über 2200 Verbraucherinnen und Verbraucher beteiligt. So konnten einige wichtige Forderungen durchgesetzt werden.


