EinkaufsNetz: Geschichte, Aktionen, Erfolge
2004: "Essen ohne Gentechnik"
Der Ratgeber ist auch das Ergebnis diverser Mitmachaktionen der EinkaufsNetz-Mitglieder. Ihre Protestschreiben haben dafür gesorgt, dass bereits im Sommer letzten Jahres die große Mehrheit der Firmen erklärte, keine Zutaten Gen-Pflanzen direkt in Lebensmitteln einzusetzen.
Februar 2004: Das Greenpeace-EinkaufsNetz hat in Tests eine gefährlich hohe Konzentration an Krebs erregenden Nitrosaminen in Luftballons festgestellt. Die Untersuchung zeigt auch, dass die Giftstoffe beim Aufblasen der Ballons leicht über den Mund aufgenommen und geschluckt werden können. Greenpeace fordert Verbraucherministerin Renate Künast (Grüne) auf, Rückstände von Nitrosaminen in Spielzeug umgehend zu verbieten. Bislang gab es keine ausreichende Antwort des Verbraucherministeriums (BMVEL). Mehr finden Sie in dem Artikel "Giftige Luftballons".
März 2004: Ergebnisse einer Greenpeace-Untersuchung von Früherdbeeren zeigen: Erdbeeren aus Südeuropa sind nicht zu empfehlen. Jede zehnte Erdbeere aus den sieben größten deutschen Supermarktketten überschreitet die Grenzwerte für Pestizide. In zwei Dritteln der Import-Erdbeeren wurden zudem gesundheitlich besonders bedenkliche Mehrfachbelastungen mit bis zu fünf verschiedenen Pestiziden gleichzeitig gefunden. Lesen Sie auch: Pestizide in Obst und Gemüse.
April bis Juli 2004: Deutschlands größter Produzent von Molkereiprodukten, Müllermilch, will Verbrauchern keine Milchproduktion ohne Gen-Pflanzen garantieren - Grund für Greenpeace, eine Kampagne gegen den Konzern zu starten. Wir fordern von Müller, beim gesamten Herstellungsprozess auf Gentechnik zu verzichten. Die Auseinandersetzung erreicht einen ersten Höhepunkt, als die Theo Müller GmbH & Co. KG durch eine einstweilige Verfügung versucht, unsere Kampagne gegen Gen-Pflanzen im Tierfutter gerichtlich zu stoppen. Nach dem Urteil durch das Kölner Landgericht ist es Greenpeace beispielsweise untersagt, im Zusammenhang mit Müllermilch den Begriff "Gen-Milch" zu nennen.
Im Mai überreicht das EinkaufsNetz den millionsten Ratgeber "Essen ohne Gentechnik" an den Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt, Wolfgang Böhmer (CDU). Damit sollte dem Gentechnik-Befürworter Böhmer gezeigt werden, dass Essen ohne Gentechnik möglich ist.
Juli 2004: Greenpeace hat wieder Paprika auf Pestizide untersuchen lassen - und jede Menge Grenzwertüberschreitungen gefunden.
Zum 100-tägigen Bestehen der Kennzeichnungsverordnung für gentechnisch veränderte Lebensmittel ziehen die Gen-Detektive von Greenpeace Bilanz: Der deutsche Markt ist praktisch gentechnikfrei.
Hier finden Sie die aktuelle Liste mit den bisher gefundenen gekennzeichneten Produkten.
September 2004: Das EinkaufsNetz hat wie im Vorjahr Tafeltrauben untersuchen lassen, die aus dem Angebot der sieben größten deutschen Supermarktketten stammen. Nur eine der 23 Traubenproben aus konventionellem Anbau war frei von Spritzmittelresten.
Eine Greenpeace-Studie zeigt außerdem, dass das Verbraucherministerium immer mehr giftige Pestizide im Essen erlaubt. Die gesetzlich erlaubten Höchstmengen für Pestizidrückstände in Obst, Gemüse und Getreide wurden in den letzten fünf Jahren in Deutschland massiv angehoben.
Oktober 2004: Am 28. Oktober hat Greenpeace im Rechtsstreit mit dem Milchkonzern Müller einen wichtigen Teilsieg vor dem Oberlandesgericht Köln errungen. Das Gericht entschied, dass Müllermilch von Greenpeace als "Gen-Milch" bezeichnet werden dürfe, da ein „von Gentechnik betroffenes Produkt vorliege“.

