Dabei berufen sich die Wirtschaft und die Politik der Industrienationen gerne auf den so genannten freien Handel und fordern insbesondere die Entwicklungsländer dazu auf, ihre Märkte für unsere Produkte zu öffnen. Doch der hier eingeforderte „freie“ Handel ist ein Trugbild und die Exportpolitik der reichen Länder zerstört häufig die lokalen - und Exportmärkte der Entwicklungsländer.
Denn die Bedingungen sind ungleich: Die multinationalen Konzerne werden von den Regierungen des Nordens politisch vertreten und durch Exportsubventionen unterstützt Auch trat 2002 in den USA der so genannte Farm Bill in Kraft, der den US-amerikanischen Bauern bis 2007 insgesamt 190 Milliarden US-Dollar Subventionen zusichert. Solch gigantische Subventionen führen zu einer globalen Überproduktion von wichtigen Nahrungspflanzen wie Weizen und Mais, die auf dem Weltmarkt die Preise drücken.
Entwicklungsländer können sich solche Subventionen nicht leisten und folglich ihre Bauern und Märkte nicht schützen. Sie sind nicht mehr konkurrenzfähig. Zudem überschwemmen die zu Dumping-Preisen verhökerten Exporterzeugnisse die lokalen Märkte in den Entwicklungsländern. Mit dem Ergebnis, dass US-amerikanischer Mais z.B. in Afrika billiger verkauft wird, als der heimisch angebaute.
So verkaufen die USA zum Beispiel überschüssigen Weizen auf dem Weltmarkt zu 46 Prozent unterhalb der Produktionskosten. Bei zahlreichen anderen Exportgütern verstieße dies gegen so genannte Anti-dumping-Regelungen. Für Agrarerzeugnisse gibt es solche Regelungen allerdings nicht.


