In Indien wurden einst 30.000 Reissorten angebaut, heute spielen für die Ernährung nur noch zehn eine Rolle. Die Vielfalt wird durch uniforme Supersorten ersetzt. Dabei sind es diese robusten traditionellen Kulturpflanzen, die sich den regionalen Gegebenheiten optimal anpassen und in deren Erforschung und Erhalt daher investiert werden muss. Die Züchtungsziele entscheiden über die Anbaubedingungen. Denn ist eine Sorte auf großflächigen Anbau getrimmt und steht der Ertrag im Vordergrund, gehen häufig natürliche Resistenzen verloren, und die Pflanzen brauchen eine intensive, aufwändige und teure „Pflege“, wie verstärkten Einsatz von Kunstdüngern und Pestiziden, sowie intensive Bewässerung.
Genmanipulierte Pflanzen, die neueste Kreation der multinationalen Konzerne, sind eine zusätzliche Bedrohung für die genetische und agrarische Vielfalt. Schwere Folgen für die Welternährung drohen durch die Verschmutzung traditioneller und einheimischer Sorten mit Gentechnik, da sich die Gen-Pflanzen mit anderen Pflanzen vermischen (so genannte Auskreuzung) und so die Vielfalt bedrohen.
Wissenschaftler fanden zum Beispiel im Jahr 2001 in dem mexikanischen Staat Oaxaca einheimische Maissorten, die gentechnisch verschmutzt waren. Oaxaca ist eine der Ursprungsregionen von Mais. Die Verschmutzung ist daher besonders dramatisch. Um die genetische Vielfalt in Mexiko zu schützen, darf dort kein genmanipulierter Mais angebaut werden. Die fremden Gene gelangten über importieren Gen-Mais aus den USA in die einheimischen Sorten.


