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Donnerstag, 20. November 2008

Billig-Bio für alle?



Wie kommt Bio aus der Nische?


Trotz zweistelliger Wachstumszahlen in der Öko-Branche machen in Deutschland ökologische Anbauflächen gerade einmal fünf Prozent aus. Um diesen Anteil zu erhöhen, brauche man die Supermärkte, so Elke Rieckh, die die Vierlinden-Biomärkte unter dem Dach von Rewe betreibt. Allerdings dürfe das nicht auf Kosten einheimischer Bauern gehen, noch der Qualität schaden.

Doch gerade da ist Vorsicht geboten: Es lässt aufhorchen, dass das Chemische und Veterinär-Untersuchungsamt in Stuttgart 2005 17 Prozent der Proben von italienischen Biowaren und 2,5 Prozent der einheimischen Bio-Ware beanstanden musste. Ist also nicht immer Bio drin wo Bio draufsteht? In allen bisherigen Greenpeace-Untersuchungen war die Bio-Ware frei von Pestizidbelastungen. Auch der Chemiker Dr. Günter Lach, der sich seit mehr als 20 Jahren mit der Analytik und Bewertung von Rückständen in Lebensmitteln befasst, sagt, dass Bio-Produkte in der Regel rückstandsfrei seien.

Dennoch kann die Bio-Euphorie nicht darüber hinwegtäuschen, dass Bio bei steigender Nachfrage auch die Probleme des Massenkonsums erbt: Missbrauch ist das eine, das andere sind die langen Transportwege, die auch die Ökobilanz der Bio-Produkte belasten. Die neuen Bio-Kunden geben sich halt nicht mit verschrumpelten Äpfeln und ein bisschen Vollkorn-Brot zufrieden. Deswegen gibt´s auch Bio-Erdbeeren im Winter, und in Plastik eingeschweißte Bio-Fertiggerichte!

Was halten Sie vom Bio-Trend in den Supermärkten? Muss es immer regional sein? Ist Bio nur etwas für Besserverdienende?

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