Wer bedient den Bio-Boom?
Bio-Boom ohne Bauern
Ein toller Erfolg auch für das EinkaufsNetz und unsere Aktionen gegen Gentechnik und Pestizide im Essen. Und auch Ökobauern sollten sich bei dieser Nachfrage eigentlich freuen. Doch leider haben sie am wenigsten von dem Boom. Denn was für viele Verbraucher erfreulich ist - sinkende Preise und Bio-Angebote beim Discounter - macht den 16.800 ökologisch wirtschaftenden Landwirten zunehmend zu schaffen.
Der Preisdruck bei Öko-Produkten nimmt zu und die Gewinnmargen sinken. Und so wagen trotz gestiegener Nachfrage nur sehr wenige konventionell wirtschaftende Betriebe eine Umstellung auf Öko. 2005 waren es gerade einmal 0,5 Prozent. Trotzdem stieg die Ökoanbaufläche immerhin um 5 Prozent auf mittlerweile 812.000 Hektar. Das sind 4,5 Prozent der gesamten Agrarfläche Deutschlands!
Um in Deutschland den steigenden Bedarf an Bio-Produkten zu decken, muss mehr und mehr importiert werden. Außerdem wollen viele Verbraucher zwar auf Pestizide, nicht aber auf Erdbeeren im Winter verzichten. Das ist dann zwar nicht unbedingt ökologisch einwandwandfrei, entspricht aber dem neuen Öko-Image, das mehr auf Genuss statt auf Verzicht setzt.
Wenn die deutschen Bio-Bauern am Bio-Boom teilhaben sollen, muss regionaler Bio-Landbau weiter gezielt gefördert werden. Doch das Seehofer-Ministerium rudert mal vor, mal zurück: Ökolandbau müsse eine große Rolle spielen, heißt es einmal und dann wieder soll Schluss sein mit der Bevorzugung desselben. Wo auf die Politik kein Verlass ist, entscheiden die Verbraucher! Egal ob Bio-Kiste aus der Region oder Öko-Mango aus dem Supermarkt - Bio ist immer besser als konventionell erzeugte Ware. Und selbst im EinkaufsNetz aktiv zu werden statt auf die Politik zu warten ist noch besser!
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